Washington - Der der von Präsident George W. Bush vorgeschlagene umstrittene Kandidat für den freien Posten am Obersten US-Gericht, Samuel Alito, hat seine Anhörung vor dem Justizausschuss des Senats beendet.

Sollte er bestätigt werden, werde er sich dem Amt mit der selben Hingabe und Würde widmen wie Richterin Sandra Day O'Connor, sagte Alito am Donnerstag nach dem Ende der dreitägigen Anhörung. Ob er die gleichen gemäßigten Ansichten wie die in Pension gehende O'Connor vertreten würde, sagte Alito nicht. Er gilt als strammer Konservativer etwa bei den Themen Abtreibung und Bürgerrechten und könnte in dem einflussreichsten juristischen Gremium der USA auf Jahrzehnte hinaus den Ausschlag zu Gunsten der Rechten geben. Seine Unterstützer beschreiben Alito hingegen als fairen Richter und Konservativen der Mitte.

Alito muss vom Senat bestätigt werden und zuvor die Empfehlung des zuständigen Ausschusses erhalten, der ihn angehört hat. Im Senat haben Bushs Republikaner die Mehrheit von 55 der 100 Sitze. Es wird erwartet, dass sie Alito gegen Ende dieses Monats bestätigen, die meisten Demokraten ihn aber ablehnen.

In der Vergangenheit hatte sich Alito kritisch zum Recht auf Abtreibung geäußert. In der Anhörung hatten ihn die Demokraten in der Frage aber nicht grundsätzlich festlegen können. Auch in Fragen zur Macht des Präsidenten hatten die Demokraten mit Alito gerungen. Der 55-jährige hatte dabei betont, der Präsident habe keinen Blankoscheck für eine Kriegsführung. Auf den derzeitigen Streit über Abhörmaßnahmen, die möglicherweise gegen die US-Verfassung verstoßen, ging Alito aber nicht ein. (APA/Reuters)