Sie ist jung, blond, sympathisch und frisch verliebt. Doch ihrem Glück stellen sich zahlreiche Hürden in den Weg zum Happy End. Wem dieser Steckbrief bekannt vorkommt, der liegt wahrscheinlich richtig: Die Rede ist von einer Telenovela-Heldin, konkret von Tessa und der neuen ORF-/ZDF-Serie "Leben für die Liebe". Sie geht am Montag um 14.50 Uhr in ORF 2 erstmals auf Sendung. Hauptdarstellerin Eva-Maria Grein strich indes im Gespräch mit der APA Unterschiede zu den herkömmlichen Telenovela-Figuren hervor: Tessa sei unabhängiger und moderner.

Immerhin: Die junge Heldin hat einen Beruf (Physiotherapeutin) und zieht vom Land in die Großstadt, um in einer Klinik anzuheuern. Fundierte Ausbildung und Karriereplanung gehörten ja bisher nicht zu den auffälligsten Eigenschaften der Telenovela-Charaktere. Tessa stehe da durchaus für ein modernes Frauenbild, betonte Grein am Rande eines Drehbesuchs in Berlin. Ihr sei das wichtig: "Unterhaltung machen ist das eine, aber irgendwelche Klischees verbreiten möchte ich auch nicht."

"Überrascht von der Qualität"

Grundsätzliche Vorbehalte gegen die Gattung Telenovela hatte Grein nicht: "Mein Verständnis als Schauspielerin ist es, Geschichten zu erzählen. Wenn eine junge unbekannte Schauspielerin so eine Rolle ablehnt, die müsste verrückt sein." Bedenken habe sie einzig wegen der langen Drehzeit gehabt.

Der Österreicher William Mang, in der Rolle von Tessas Vater Stephan zu sehen, war nach eigenem Bekunden "überrascht von der Qualität" der zeitgenössischen Telenovelas. "Ich kannte das Format davor nicht", sagte er. Für ihn war das Engagement auch eine Art "Abenteuer". Er ist aber parallel weiter in Sachen Theater tätig, "obwohl das zeitlich fast unmöglich ist".

Worum geht es bei Tessa, abgesehen vom genreimmanenten "Leben für die Liebe"? Tessa wuchs auf einem Reiterhof am Land (gedreht wurde auch in der Steiermark) auf, offensichtlich recht behütet. Denn als sie schließlich in die Stadt aufbricht, nimmt sie bloß einen Rucksack und ihr Fahrrad mit, besteigt großäugig einen Nahverkehrszug und hat noch nicht mal eine Wohnung oder auch nur einen Schlafplatz. Egal, schon am Bahnhof läuft sie der großen Liebe, natürlich auf den ersten Blick, über den Weg.

Pharma-Machenschaften, Unfall ...

Weil Telenovelas aber zumeist über 200 Folgen dauern und nicht nur eine halbe Stunde, stehen jede Menge Schurken bereit, um Tessas und Felix' Glück zu vereiteln. Düstere Pharma-Machenschaften spielen dabei eine Rolle, der bedauernswerten Heldin dräut unter anderem ein Unfall mit anschließender Amnesie. Das alles kommt in der bewährten Weichzeichner-Ästhetik aus dem Hause Grundy UFA, derzeit Telenovela-Schmiede Nummer eins mit Sitz in Babelsberg.

Ursprünglich war "Leben für die Liebe" als dezidiert junges Format für ORF 1 und als Pendant zu "Julia" auf ORF 2 vorgesehen gewesen. Die Programmplanung machte dem aber einen Strich durch die Rechnung: Schließlich wird ORF 1 demnächst zum Olympia-Sender, eine Telenovela aber hat tunlichst täglich stattzufinden. Außerdem ist der ORF mit "Gilmore Girls" und "Malcom mittendrin" quotenmäßig so zufrieden, dass im ORF 1-Vorabend eigentlich gar kein Bedarf für Tessa besteht. Am Montag gibt es ab 14.50 Uhr in ORF 2 zum Auftakt gleich eine Doppelfolge. Danach geht "Leben für die Liebe" immer um 15.05 Uhr, nach "Julia", auf Sendung. (APA)