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Foto: AP/Naveed
Paris/Islamabad - Die pakistanische Autorin und Frauenrechtlerin Mukhtar Mai hat am Donnerstag kurzfristig eine Pressekonferenz in Paris absagen müssen. Die Gründe, warum Mukhtar Mai ihre Reise von Pakistan nach Frankreich nicht antreten konnte, sind bisher nicht bekannt. Ein Repräsentant des französischen Verlags OH!éditions ist nach Pakistan geflogen, um Näheres zu erfahren. In der Vergangenheit hatte die Autorin Probleme gehabt, von den pakistanischen Behörden Visa zu bekommen, um ins Ausland zu reisen.

Mukhtar Mai wollte ihr jetzt auf Französisch erschienenes Buch "Die Schuld, eine Frau zu sein" der internationalen Presse vorstellen. In dem Buch beschreibt Mukhtar Mai, wie sie am 22. Juni 2002 vom Rat ihres Heimatdorfes zu kollektiver Vergewaltigung verurteilt wurde, weil ihr Bruder mit einer Frau aus einem rivalisierenden Stamm gesehen wurde. Gegen dieses vorislamische Stammesrecht will die Pakistanerin mit ihrem Buch, das in Deutschland am 8 Februar erscheint, kämpfen.

Hintergrund

In ihrer Heimat wurde der Fall zu einer Staatsangelegenheit. Zwar seien die Täter zunächst verurteilt, doch im März 2005 wieder frei gesprochen worden, heißt es in einer Pressemitteilung des Droemer Verlags (München). Der Kampf der Autorin für die Rechte der pakistanischen Frau halte bis heute an. Mukhtar Mai gehöre zu den meistgehörten Stimmen ihres Landes.

In Pakistan wird immer wieder über Fälle berichtet, dass Frauen von Stammesgerichten zur Vergewaltigung verurteilt wurden. Viele der misshandelten Frauen begehen Selbstmord. (APA/dpa)