Graz - Seine wissenschaftliche Autobiografie liegt bereits vor - nun hat der Grazer Geophysiker Siegried J. Bauer, der lange Zeit bei der US-Weltraumbehörde NASA in führenden Positionen tätig war, eine für ein breiteres Leserpublikum gedachte Version seiner Memoiren geschrieben. Dementsprechend erfährt der Leser in "Zwischen Venus & Mars" auch Interessante Details über die Pionierzeit der Weltraumforschung der NASA.

Tätigkeiten

Bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1998 war Bauer neben seiner Funktion als Ordinarius für Meteorologie und Geophysik an der Universität Graz auch am Grazer Institut für Weltraumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften tätig. "Der 14. Jänner des Jahres 2005 stellte den Höhepunkt meiner aktiven Beteiligung an der Weltraumforschung dar - die Landung der europäischen Huygens-Sonde auf dem Saturnmond Titan", so der Wissenschafter, der mit seinem Team an einem Experiment zur Bestimmung der chemischen Zusammensetzung der Titan-Atmosphäre beteiligt war.

Geschichte

Der langjährige Grazer Professor erzählt im unterhaltsamen Stil und mit Anekdoten bestückt die Geschichte seines wissenschaftlichen Lebens: Wissenschafter zu werden sei kein "Kindheitstraum" gewesen, so der gebürtige Kärntner (geb. 1930). Letztlich entschied er sich aber doch für ein Studium der Geophysik und Meteorologie an der Universität Graz.

Für die Zeit nach seiner Promotion wurde Bauer schon 1952 von Abgesandten des amerikanischen Armeeforschungszentrums abgeworben. Sein spezielles Forschungsgebiet in den USA war die Untersuchung von atmosphärischen Einflüssen auf Radio und Schallwellen. Im Rahmen seiner Tätigkeit gelang es seinem Team 1958 erstmals, eine Funkverbindung zwischen Amerika und Europa über den Mond herzustellen.

Beschäftigung bei der NASA

1961 nahm er seine Arbeit für die NASA im "Goddard Space Flight Center" in Maryland auf. Hier beschäftigte er sich auch mit Raketenexperimenten, die "interessante Nebeneffekte" zu Tage brachten: So schien eine vom Kurs abgenommene Rakete direkt auf die Sommerresidenz von Präsident Kennedy abzuzielen - sie musste in der Luft zerstört werden.

Anfang der siebziger Jahre erweiterte Bauer sein Forschungsgebiet auf die Atmosphären von Venus und Mars. In den 1980er wurde in Graz der Lehrstuhl seines ehemaligen Professors frei: Für Bauer eine willkommene Gelegenheit, nach Österreich zurückzukehren - und sich hier weiter der Erforschung der Planetenatmosphären zu widmen. (APA)