Brüssel - Die EU-Kommission hat drei weitere gentechnisch veränderte Maissorten des US-Konzerns Monsanto (GA21, MON 863 sowie eine Hybridsorte davon) in der EU zugelassen. 27 weitere Anträge für gentechnisch veränderte Organismen sind derzeit für die Zulassung in der Pipeline, sagte der Sprecher von Gesundheitskommissar Markos Kyprianou am Freitag in Brüssel. Kritik an der Entscheidung kommt von Umweltorganisationen und den Grünen im Parlament.

GA21 und MON863 sind für den Einsatz als Nahrungsmittel zugelassen, MON 863x810 für die industrielle Verwertung, aber nicht als Futtermittel. Die Zulassungen gelten für zehn Jahre. Alle Produkte, in denen die neuen gentechnisch veränderte Maissorten enthalten sind, würden nach den EU-Regeln klar gekennzeichnet, betonte der Sprecher. Die Kommissionsentscheidung wurde möglich, weil sich die Umweltminister nicht mit qualifizierter Mehrheit für oder gegen eine Zulassung ausgesprochen haben.

Reaktion: "Verheerend" und "grob fahrlässig"

Die Grüne Europaabgeordnete und Verbraucherschutzpolitikerin Hiltrud Breyer bezeichnete die endgültige Zulassung "trotz alarmierender Risiken" als "verheerend" und "grob fahrlässig". Die EU-Kommission habe in einer Anfragenbeantwortung eingeräumt, grundlegende Sicherheitsfragen nicht beantworten zu können und zugegeben, dass die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) keine Angaben zur Sicherheitsbewertung mache. Es sei "völlig unverantwortlich", trotzdem eine Zulassung zu erteilen und "die Verbraucher zum Versuchskaninchen zu machen", so Breyer. Sie werde rechtliche Schritte prüfen lassen wegen Verstoß der EU-Kommission gegen das Vorsorgeprinzip und gegen die Verweigerung einer aussagekräftigen Antwort an eine Abgeordnete des EU-Parlaments.

Auch Greenpeace-Gentechnik-Experte, Eric Gall betonte in einer Aussendung, man sei besonders besorgt wegen MON 863, nachdem bei der Verfütterung an Ratten Gesundheitsprobleme aufgetreten seien. Die Geschichte der Zulassung mache außerdem alle Mängel im Zulassungsprozedere der EU deutlich. Helen Holder von Friends of the Earth unterstrich, die EU-Kommission handle gegen den Wunsch der EU-Bürger, nachdem es unter den Mitgliedstaaten keine ausreichende Mehrheit für eine Zulassung gebe. Zudem fehlten entsprechende Gesetze zum Schutz von konventionellem und biologischem Anbau. (APA)