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Roar Ljökelsöy hat nach Tag eins der WM am Kulm den Sieg im Blick - der norwegische Titelverteidiger liegt deutlich in Führung.

Foto: Reuters/Bader

Bad Mitterndorf – ÖSV-Cheftrainer Alexander Pointner wollte folgendes sehen: "Sie sollen die Freiheit und Freude im Wettkamp umsetzen." Sie, das waren Andreas Widhölzl, Martin Koch, Thomas Morgenstern und Andreas Kofler. Beim Wettkampf handelte es sich um den ersten Tag der Skiflug-WM am Kulm. Und sie sind in der Tat geflogen und geflogen und geflogen und geflogen. Den amtierenden Weltmeister, den Norweger Roar Ljökelsöy, tangierte das allerdings überhaupt nicht. Er führt zur Halbzeit ganz überlegen. Vor Morgenstern, Koch ist Dritter. Widhölzl, der nach dem ersten Flug der Beste war (205 m), ist Fünfter und also in Lauerstellung. Ljökelsöy schaffte 202,5 und 207,5 Meter und sprach von "einem tollen Gefühl in der Luft". Sein Guthaben beträgt stattliche 22,8 Punkte. "Beim Skifliegen ist aber immer alles möglich." Das hofft auch Widhölzl: "Denn ich bin trotzdem gut drauf, ich greife sicher noch einmal an."

Am Samstag wird der Champion in zwei weiteren Durchgängen ermittelt, am Sonntag steigt der Teambewerb, in dem die Österreicher leicht zu favorisieren sind.

Abschied von Goldi

Und am Freitag, als es schon ziemlich finster war (die Konkurrenz begann wegen zu starken Windes verspätet), flog ein letztes Mal der zurückgetretene Andreas Goldberger über jenen Bakken, der einst seinen Ruhm mitbegründet hat (Weltmeister 1996). Nicht ganz bis zum K-Punkt, aber das war ziemlich wurscht. Um 16.58 Uhr war es endgültig vorbei. "Es war ein Wahnsinn. Ihr gabt mir das Gefühl, etwas Besonderes gewesen zu sein. Danke, es war wunderbar", schluchzte Goldberger.

Prinzipiell hat das Skifliegen für die Springer den Schrecken verloren, der Substanzverlust hält sich in Grenzen. Im nächsten Winter wird es gleich drei Konkurrenzen geben, in Vikersund, Oberstdorf und auch in Planica. FIS- Renndirektor Walter Hofer hält rein theoretisch Flüge bis in den Bereich von 300 Metern für möglich, doch dies sei nicht im Sinne des Sports. "Wir wollen die Zuschauer nahe am Geschehen haben, sie sollen die Springer nicht nur als kleine Punkte sehen."

In der Steiermark ist am Freitag Muhammad Ali eingetroffen, er kam aus Chicago und bezog eine Suite im Hotel Schloss Pichlarn. Ali wird am Samstag auf der Ehrentribüne sitzen und am Abend der Gala "Magic Moments of Sport" beiwohnen. Dort kann er sich mit Mark Spitz, Bob Beamon, Giacomo Agostini und Niki Lauda unterhalten. (red - DER STANDARD PRINTAUSGABE 14./15.1. 2006)