Bild nicht mehr verfügbar.

Foto: REUTERS/Charles Platiau
Am 14. Dezember wurde in Dijon ein französisches Weihnachtspaket aufgegeben. Sieben Tage später kam es in Wien an. Empfänger Josef K. war allerdings nicht daheim. Die Mitteilung zur Hinterlegung ging in Werbeprospekten unter. Das Paket blieb im Postamt.

Weitere neun Tage vergingen - da langte bei Josef K. eine Aufforderung der Post ein, wonach jene Sendung "wirklich dringend" abzuholen sei. Doch der Empfänger war verreist. Erst Tage später war Josef K. in der Lage, das Postamt aufzusuchen - zu Mittag, da hatte es geschlossen. Weitere fünf Stunden vergingen - kostbare Reifezeit, wie sich bald weisen sollte.

Am Abend stand der Kunde vor einer der Schwerarbeiterregelung akut bedürftigen Postbediensteten, die mit zittrigen Händen jenes monströse, mehrfach umwickelte, mit Heftklammern übersäte Paket hervorholte, welches das Amt tagelang in Atem gehalten hatte. Und die Postlerin sprach: "I waaß zwoa net, wos drin is, oba es is extrem!" - Ihr sei verraten: ein Ex-Brie, ein Ex-Mont-d'Or, ein Ex-Roquefort und ein (auf ewig) aromatisierter Seidenschal.

Kleiner Tipp vom EU-Vorsitzland an Frankreich: Schickt uns SMS oder E-Mails, aber reizt nie wieder die diabolische Mischung aus Käse und Postweg aus. (DER STANDARD, Printausgabe vom 14./15.1.2005)