Ada Pellert, Vizerektorin der Donau-Universität Krems, setzt für 2006 einen Frauenförderungs- und Diversity-Schwerpunkt. Zum Auftakt wurde für Donnerstag, den 26. Jänner eine Podiums-diskussion zum Thema "Managing Diversity" am Campus der Donau-Uni organisiert.
Foto: STANDARD/Ada Pellert/Haiden
"An Gender-Themen kommt eine moderne, pluralistische Gesellschaft nicht mehr vorbei", sagt Ada Pellert, Vizerektorin der Donau-Universität Krems zum Frauenförderungsschwerpunkt, der für das neue Jahr gesetzt wurde. Mit den Frauen als wichtige Zielgruppe müsse das frauenspezifische Angebot steigen. Auch, um ein deutliches Signal nach außen zu setzen. Denn bei Gender-Themen habe auch die Donau-Uni nachzuholen: "Leider sind wir, was die Strukturen betrifft, den anderen Universitäten nicht unähnlich. Wir wollen aber die Organisation in den oberen Positionen mehr weiblich besetzt sehen", sagt Pellert. Und der Schwerpunkt trage dazu bei, die eigene Organisation kritisch zu betrachten.

Die Art nämlich, wie eine Gesellschaft mit Gender-Mainstreaming und Diversity-Themen umgehe, spreche oft Bände. Pellert: "Wenn jemand in dieser Hinsicht altmodisch denkt und handelt, stellt sich doch die Frage, wie mit anderen Themen verfahren wird. Gender-Mainstreaming hat für mich einfach viel mit Organisationsentwicklung zu tun."

Letztlich sei der Themenbereich ja auch hoch interessant, so die Vizerektorin. Wenn man etwa die Forschungsergebnisse in der Medizin betrachte und die Differenz in den Ergebnissen für weibliche und männliche Patienten ernst nehme, komme man zu ganz unterschiedlichen Empfehlungen, erklärt sie den Reiz, der für sie von diesem Bereich ausgehe.

Status quo und Ziele

2006 werde also ein Status quo erhoben, Ziele festgelegt und entsprechende Maßnahmenpakete erarbeitet - dies auch für die einzelnen Lehrbereiche. Pellert: "Es werden neue Departments eingerichtet, neue Professorinnen und Professoren eingestellt, die sich bereits in der Anfangsphase damit beschäftigen sollen, Gender- oder Diversity-Themen in ihren Bereich mit einzubeziehen. So, wie es in den Wirtschaftsfächern mit Diversity Management-Elementen bereits stattfinde. Pellert: "Wir müssen den Umgang mit Differenz lernen, vor allem aber müssen wir lernen, Vielfalt zu gestalten, sie nicht nur zu erleben." Sie selbst sei fest vom positiven Effekt einer Durchmischung einer Personalstruktur - ohne Über- und Unterordnung - überzeugt.

Universitäten, die hier mehr an "Monokulturen" leiden, hätten Nachholbedarf, ebenso noch zahlreiche Unternehmen. Vor allem zu teureren Seminaren, so Pellerts Beobachtungen, werden von Unternehmen bevorzugt Männer geschickt, obwohl eigentlich Frauen weiterbildungsaffiner seien, sagt sie.

Der Blick müsse geschärft werden. Denn: Über den Prozess der Einbindung von Gender und Diversity stoße man häufig auf andere innovationshemmende Faktoren. Die Donau-Uni jedenfalls nutze die Gelegenheit fürs hauseigene Qualitätsmanagement.

Zum Auftakt können Interessierte die Podiumsdiskussion "Managing Diversity - Modetrend oder Erfolgsfaktor für Unternehmen?", am 26. Jänner 2006 (17.00 bis 19.30 Uhr) am Campus besuchen. (DER STANDARD, Print, 14./15.1.2006)