Hamburg - Der frühere syrische Vizepräsident Abdul Halim Khaddam, der zum Sturz von Staatspräsident Bashar al-Assad aufgerufen hat, arbeitet am Aufbau einer Exilregierung. Sie solle grundsätzlich sowohl für islamistische Gruppen als auch für Mitglieder der derzeit in Syrien herrschenden Baath-Partei offen sein, sagte Khaddam dem Hamburger Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". "Ich würde keine politische Gruppe ausschließen, die sich an demokratische Spielregeln hält."

Vorwurf erneuert

Khaddam erneuerte seinen Vorwurf an Assad, dieser habe den Mordanschlag auf Libanons ehemaligen Ministerpräsidenten Rafik al- Hariri persönlich angeordnet. "Ich bin überzeugt, dass er den Befehl gegeben hat", sagte Khaddam in seinem Pariser Exil. Die syrische Regierung bestreitet das. Bei dem Attentat im Februar 2005 waren Hariri und 22 weitere Menschen ums Leben gekommen. Es war einer der Auslöser für den syrischen Abzug aus Libanon.

Mit seiner politischen Unerfahrenheit habe Assad Syrien in die "tiefste Krise seiner Geschichte" gestürzt, meinte Khaddam. Seit seinem Amtsantritt nach dem Tode seines Vaters Hafez Assad im Jahr 2000 sei "die Armut im Lande größer, die Wirtschaft schwächer und unsere Isolation fast unerträglich" geworden. (APA/dpa)