Danzig - Der frühere polnische Präsident Lech Walesa, der während seiner Zeit als Anführer der anti-kommunistischen Gewerkschaft Solidarnosc von Polizeispitzeln überwacht wurde, lässt tausende der damals entstandenen Dokumente im Internet veröffentlichen. Der 62-Jährige teilte am Freitag in Danzig mit, dass er seinen früheren engen Mitarbeiter Piotr Adamowicz mit der Herausgabe des Materials beauftragt habe.

Die Vorarbeiten würden einige Monate in Anspruch nehmen, aber das gesamte Material im Umfang von 80 Bänden mit jeweils rund 200 Seiten solle noch im Laufe des Jahres zugänglich sein, erklärte der Friedensnobelpreisträger.

Walesa wurde seit den 1970er Jahren vom kommunistischen Geheimdienst SB (Sluzba Bezpieczenstwa) überwacht. Im Sommer 1980 wurde er durch einen großen Streik in der damaligen Danziger Lenin-Werft weltweit als Arbeiterführer bekannt. Die Dokumente reichen bis in das Jahr 1990. Von 1991 bis 1995 war Walesa polnischer Präsident. (APA)