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Janica Kostelic hat nun gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Als erst dritte Athletin der Weltcup-Geschichte konnte sie in allen fünf Alpin-Disziplinen triumphieren.

Foto: AP/Auletta
Bad Kleinkirchheim - Janica Kostelic ist die erfolgreichste Skifahrerin der Gegenwart. Die 24-Jährige Kroatin gewann am Sonntag zum Abschluss der alpinen Weltcup-Speed-Bewerbe der Damen in Bad Kleinkirchheim den Super G vor den zeitgleichen Österreicherinnen Michaela Dorfmeister und Alexandra Meissnitzer (je 0,10 Sek zurück) und schrieb damit Ski-Geschichte. Dorfmeister, die wie Meissnitzer in Bad Kleinkirchheim vor 15 Jahren ihr erstes Weltcup-Rennen bestritten hatte, bestritt damit ihr letztes Weltcup-Rennen in Österreich.

Die dreifache Olympiasiegerin Kostelic ist nach Petra Kronberger und Pernilla Wiberg nun die erst dritte Läuferin, die in den fünf Alpin-Disziplinen (Abfahrt, Super G, Riesentorlauf, Slalom, Kombination) Weltcuprennen gewonnen hat. Und sie ist die erst vierte nach Kronberger, Wiberg und der Schwedin Anja Pärson, die in Abfahrt, Super G, Riesentorlauf und Slalom gewonnen hat.

Understatement

Kostelic hatte am Samstag nach ihrem ersten Sieg in einer Weltcup-Abfahrt einen Super-G-Triumph praktisch ausgeschlossen. Sie gab an, in den Speed-Rennen mehrere Fahrten auf einer Strecke zu brauchen, beim Abfahrtssieg fuhr sie nach den drei Trainingsläufen und einem Rennen bereits zum fünften Mal die "Franz Klammer" herab. Im Super G hatte sie nur die Besichtigung - und da hat die Führende im Gesamtweltcup scheinbar Toparbeit geleistet.

Auch am Schlusstag trübte kein Wölkchen den Himmel über den Nockbergen - Traumwetter für eine historische Leistung: "Als Michi herunten war, wusste ich nicht, ob ich lachen oder weinen soll, meine Gedanken gingen durcheinander. Es war ein großes Ziel von mir, in allen Disziplinen zu gewinnen. Und jetzt will ich es überall noch einmal schaffen", sagte Kostelic, die freilich auch vom Ausscheiden von Pärson profitierte, die mit Zwischenbestzeit am Zielhang an einem Tor vorbeiraste.

Letzter Auftritt von Dorfmeister

Mehr als zufrieden sein durfte Dorfmeister, die in allen drei Rennen in Bad Kleinkirchheim und somit mit einer Ausnahme (Val d'Isere) in allen bisherigen neun Speed-Rennen dieser Saison auf dem Podest war. Sie verließ Kärnten deshalb auch als Führende in Abfahrt und Super G und Zweite im Gesamtweltcup. Es war ihr letztes Weltcuprennen in Österreich.

"Ich hätte das gar nicht registriert, wenn man mich nicht gefragt hätte. Mich freut es auch für Bad Kleinkirchheim, dass ich hier so eine Serie hatte", sagte die Niederösterreicherin. "Heute hatten wir es selbst in der Hand. Aber vielleicht machen wir es wieder gut, wenn es ein bisschen mehr weh tut. Im Februar zum Beispiel", sagte die 32-jährige, die nach dieser Saison ihre Karriere beendet, mit Blick auf die Olympischen Spiele.

Wie Meissnitzer lag Dorfmeister bis zum Zielhang noch vor Kostelic. Die Kroatin erwischte aber auf den letzten Metern eine sensationelle Linie. "In der Traverse hat es die Michi verloren, aber wir sind zufrieden. Wir haben in jedem Super G in dieser Saison zwei auf dem Podest gehabt", sagte Alpindirektor Hans Pum.

Götschl weiter hinten nach

Auf den Rängen acht bis elf folgte mit der erstaunlichen Slalom-Seriensiegerin Marlies Schild (0,77), Elisabeth Görgl (0,80), Silvia Berger (0,82) und Kathrin Wilhelm (0,86) ein Österreicherinnen-Paket, Brigitte Obermoser wurde 16. (1,00), Renate Götschl nur 19. (1,07). Die Steirerin, die sich schon die gesamte Saison über in einer Super-G-Krise befindet, war mit komplett neuem Material ins Rennen gegangen: "Wunder darf man sich keine erwarten. Das Material ist gut, teilweise ist es mir noch zu schnell, ich habe es noch nicht ganz im Griff."

Bei einem Sturz unverletzt blieb Andrea Fischbacher, die in diesem Winter in dieser Disziplin in Lake Louise bereits Zweite und in Aspen Dritte geworden war. (APA/red)