Addis Abeba - Die (AU) hat die sudanesische Regierung gedrängt, eine Übernahme der Friedensmission in Darfur durch die UNO zu akzeptieren. Khartum müsse die entsprechende Entscheidung des AU-Rats für Frieden und Sicherheit annehmen, dem es selbst angehöre, sagte der Vize-Chef der AU-Kommission, Patrick Mazimhaka, am Samstag am Sitz der AU-Behörden in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba.

Die Truppen der AU könnten intervenieren, um die Lage in einem Krisengebiet zu stabilisieren; die Union habe jedoch nicht die Kapazitäten, um eine Friedensmission auf unbegrenzte Zeit zu führen, fügte Mazimhaka hinzu. Nach seiner Einschätzung würde es ein halbes Jahr dauern, bis die UNO die Friedensmission der Afrikanischen Union (AMIS) ersetzt habe.

Khartum sieht Vorhaben skeptisch

Zuvor hatte sich der sudanesische Außenminister Lam Akol skeptisch über eine mögliche Entsendung von UNO-Friedenssoldaten in die westliche Krisenregion Darfur geäußert. Es wäre besser, die dafür nötigen Finanzmittel der bereits dort stationierten AMIS-Mission zur Verfügung zu stellen, sagte er am Freitag telefonisch der britischen BBC. Jeder weitere Einsatz müsse zunächst mit der Regierung Sudans diskutiert werden. Wenn die internationale Gemeinschaft den Konflikt in Darfur beenden wolle, müsse sie vor allem Druck auf die Rebellen ausüben, fügte der Minister hinzu.

UNO-Generalsekretär Kofi Annan hatte am Vortag mitgeteilt, dass bereits Planungen für die Entsendung einer schnellen Einsatztruppe nach Darfur im Gange seien. In der Region tobt seit Februar 2003 ein Bürgerkrieg, in dem sich Rebellengruppen, Regierungstruppen und arabische Reitermilizen erbarmungslose Kämpfe liefern. Nach UNO-Schätzungen starben bisher bis zu 300.000 Menschen in dem Konflikt, insgesamt 2,6 Millionen Menschen wurden in die Flucht getrieben. Die AU hat mehrere tausend Soldaten in der Region stationiert, jedoch finanzielle Probleme. AMIS wird hauptsächlich von der Europäischen Union, den Vereinten Nationen und den USA finanziert. (APA)