München - Mehr als 400 Menschen haben am Samstag in der Münchner Innenstadt gegen eine Kundgebung von Neonazis protestiert. "Polizei, Staatsanwaltschaft, Ordnungsamt - Tut was dagegen" forderten die Demonstranten auf Plakaten. Als rund 150 Neonazis an der Kundgebung vorbeimarschierten, flogen vereinzelt Eisbrocken, Schneebälle und Flaschen auf den Demonstrationszug. Dabei wurde ein Polizeibeamter verletzt.

Die Polizei nahm 30 Gegendemonstranten und 13 Neonazis unter anderem wegen Beleidigung und Verstößen gegen das Versammlungsrecht vorübergehend fest, darunter auch einen Redner der rechten Kundgebung. Während der Demonstrationen waren rund 1.000 Polizisten im Einsatz. Wegen gesperrter Straßen musste der Verkehr in der Innenstadt für mehrere Stunden umgeleitet werden. Auch bei Trambahnen und Bussen kam es zu Verspätungen.

Gedenkveranstaltung

Die Demonstranten hatten sich an zwei verschiedenen Orten in der Innenstadt versammelt. Bei der ersten Aktion hielten rund 150 Menschen eine Gedenkveranstaltung in der Straße ab, in der am 13. Jänner 2000 ein Grieche von Neonazis überfallen worden war. Bei einer weiteren Versammlung forderten rund 300 Menschen unter dem Motto "Faschismus ist keine Meinung sondern ein Verbrechen" ein Verbot von rechtsradikalen Organisationen. Lokale und regionale Politiker von SPD, Grünen und PDS sowie antifaschistische Organisationen hatten zu der Gegenveranstaltung aufgerufen. (APA/dpa)