Hannover - Die beiden größten Anteilseigner von Volkswagen, der Sportwagenhersteller Porsche und das Land Niedersachsen, haben sich einem Zeitungsbericht zufolge im Streit um die Besetzung des VW-Aufsichtsrates angenähert. Sprecher des Landes und von Porsche wollten das am Samstag allerdings nicht bestätigen.

Die "Financial Times" berichtete, VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech solle seinen Posten bis zum Ende seiner Amtszeit im kommenden Jahr behalten. Porsche-Chef Wendelin Wiedeking werde bei der Hauptversammlung am 3. Mai in den Aufsichtsrat bestellt. Unter Berufung auf Personen, die den Unternehmen und dem Land nahe stehen, meldete die Zeitung, Schwierigkeiten in den Gespräche bereite die Porsche-Forderung nach einem zweiten Sitz im Aufsichtsrat.

In guten Gesprächen

Ein Porsche-Sprecher sagte, Porsche und die niedersächsische Landesregierung seien in guten Gesprächen. "Sie sind aber nicht beendet. Wir gehen davon aus, dass wir uns einigen werden." Wann damit zu rechnen sei, sagte er nicht. Nach dem Willen von Porsche soll Firmenchef Wiedeking in den VW-Aufsichtsrat bestellt werden. Einen zweiten Aufsichtsratsposten soll Finanzvorstand Holger Härter bekleiden.

Ein Sprecher der Landesregierung sagte zu dem Bericht lediglich, man sei mit Porsche in Gesprächen, wolle sich aber nicht zu Spekulationen äußern. Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff hatte Piech nach dem Einstieg von Porsche einen Interessenkonflikt vorgeworfen. Piech und seine Verwandten halten alle stimmberechtigten Aktien an Porsche. Wulff hatte wiederholt kritisiert, Piech verstoße in seiner Doppelrolle als Porsche-Großaktionär und VW-Aufsichtsratschef gegen Grundsätze der guten Unternehmensführung.

Porsche war im vergangenen Jahr mit 18,5 Prozent bei VW eingestiegen und hatte das mit 18,2 Prozent beteiligte Land Niedersachsen als größten Eigner abgelöst. Wulff vertritt das Land im VW-Aufsichtsrat. (APA/Reuters)