Washington - In den USA haben Senatoren aus beiden politischen Lagern einen Militärschlag als Option im Atomkonflikt mit dem Iran gefordert. Ein solcher Schritt müsse als letztes Mittel verstanden werden, sagten sie am Sonntag in Diskussionssendungen des US-Fernsehens. Er dürfe aber nicht ausgeschlossen werden, wenn die Islamische Republik von der Herstellung von Atomwaffen abgebracht werden solle.

Der Iran steht im Verdacht, an Atomwaffen zu arbeiten. Das Land hat dies stets bestritten und pocht auf das Recht einer zivilen Nutzung der Kernkraft.

"Letzte Option"

"Das ist die letzte Option. Alles andere muss zuvor ausgeschöpft werden. Es wäre aber verrückt zu sagen, dass wir unter keinen Umständen einen Militärschlag einsetzen werden", sagte Senator John McCain aus Arizona, der US-Präsident George W. Bushs republikanischer Partei angehört, dem Sender CBS. Der demokratische Senator Evan Bayh aus Indiana, ein Mitglied des Geheimdienstausschusses des Senats, erklärte: Die Entwicklung des iranischen Atomprogramms würde dramatisch verlangsamt, wenn bestimmte Teile davon angegriffen werden. "Aber das sollte zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Option sein", fügte er im Nachrichtensender CNN hinzu. "Wir müssen alles andere versuchen, um zu verhindern, dass wir vor dieser Entscheidung stehen."

McCain bezeichnete den gegenwärtigen Stand des Konflikts als "die härteste Situation, vor der wir seit dem Ende des Kalten Krieges stehen, abgesehen von dem ganzen Krieg gegen den Terrorismus". Es gebe nur eine Entwicklung, die schlimmer sei als ein Militärschlag der USA, und dies sei "ein mit Atombomben bewaffneter Iran".

Der Iran hat in der vergangenen Woche internationale Siegel an Atomanlagen entfernt, die während der Zeit der Verhandlungen über das Atomprogramm nicht benutzt werden sollten. Auch die in dem Konflikt vermittelnden Staaten Deutschland, Frankreich und Großbritannien bewerteten diesen Schritt als Eskalation und zogen sich aus den Gesprächen mit der Islamischen Republik zurück. Sie forderten als Antwort darauf eine Einschaltung des UNO-Sicherheitsrats, der internationale Sanktionen verhängen kann. (APA/Reuters)