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Ginepri hat soeben seinen Arbeitstag beendet, Überstunden waren gegen Melzer nicht notwendig.

Foto: APA/AP/Holland
Melbourne - Die Hauptrunde der Australian Open hat für die österreichischen Tennis-Spieler enttäuschend begonnen. Sowohl Jürgen Melzer bei den Herren als auch Yvonne Meusburger bei den Damen waren am Montag in der ersten Runde chancenlos und verabschiedeten sich jeweils ohne Satz-Gewinn vom ersten Grand Slam-Turnier des Jahres. Melzer unterlag Robby Ginepri (USA-13) in 1:19 Stunden mit 1:6,4:6,2:6, Meusburger musste sich der Italienerin Maria Elena Camerin mit 4:6,2:6 geschlagen geben.

"Katastrophal gespielt"

"Ich habe katastrophal gespielt", zeigte sich Melzer zerknirscht. "Es gibt keine Entschuldigung und eigentlich auch keine Erklärung", meinte Österreichs bitter enttäuschte Nummer eins nach dem Debakel gegen den sicher, keineswegs aber überragend spielenden Ginepri. Denn der "musste nicht viel mehr tun als den Ball im Spiel halten und auf meine Fehler warten. Dabei hatte ich am Sonntag im Sparringmatch mit Florian Mayer den besten Touch seit langem, und auch heute früh beim Einspielen war alles bestens. Wenn von Beginn an nichts funktioniert, wird's halt immer schwieriger", meinte der Niederösterreicher.

Der erste Satz (1:6) lief in nur 20 Minuten total an Melzer vorbei (10:1 unerzwungene Fehler), vor allem der Aufschlag ließ ihn komplett im Stich. "Des gibt's doch nicht, ich bring' keinen Aufschlag durch", ärgerte er sich. Und so nützte auch ein Zwischenhoch mit starken Return-Games im zweiten Satz gegen den beweglichen US-Amerikaner letztlich nichts. Von Aufbäumen war vor 4.000 Zuschauern auf Center Court 2 wenig zu sehen, nach 1:19 Stunden war alles vorbei.

Ginepri angenehm überrascht

Ginepri war nach dem dritten Sieg im dritten Duell ob der glatten Angelegenheit überrascht. "Ich habe Jürgen wesentlich stärker erwartet. Es war eine angenehme Überraschung, einen Gegner, der jeden schlagen kann, zum Auftakt eines Grand-Slam-Turniers derart fehlerhaft zu sehen. Zudem hat er zu selten gut attackiert und ich bin froh, Kräfte gespart zu haben", sagte der Weltranglisten-18.

Während sich Ginepri, der wenige Punkte zu verteidigen hat, wohl Richtung Top-Ten bewegt, wird Melzer, zuletzt zwei Mal in der Runde der besten 32, einiges an Boden verlieren und von Platz 55 zumindest auf Rang 65 zurückfallen. Auch im Doppel hat der Vorjahres-Halbfinalist (mit Alexander Waske) viele Punkte zu verteidigen. Der Gegner der Daviscup-Formation mit Julian Knowle steht noch nicht fest. Der verpatzte Auftakt lässt Melzer aber auch über seine erste Mixed-Teilnahme nachdenken - "vorausgesetzt ich finde eine adäquate Partnerin".

Meusburger am Außenplatz

Im Unterschied zu Melzer spielte Meusburger auf dem letzten Außenplatz vor nur 100 Zuschauern, startete aber stark in die Partie gegen Camerin. Doch nach einer 3:1-Führung war mit zwei Bespannungen hintereinander plötzlich auch der Faden gerissen. Merklich verunsichert überließ die Vorarlbergerin der Italienerin die Initiative und vergab zudem zahlreiche Möglichkeiten zur neurlichen Führung. "Das Materialproblem verfolgt mich schon seit drei Monaten, die Saiten reißen am laufenden Band. Ich hab' mich dann nicht mehr getraut, so wie zu Beginn nachzugehen", erklärte Meusburger.

Nachdem sie statt des Rebreaks zum 2:2 auch die letzte Chance auf die Wende bei 1:4 nicht nützen konnte, ging Satz zwei mit 2:6 noch schneller und unnötig klar verloren. "Ich habe einfach zu passiv gespielt, schade. Eine so große Chance wird sich wohl nicht so schnell wieder ergeben", meinte die Nummer 124 der WTA-Weltrangliste. Trotz des frühen Aus wird sie sich in der Weltrangliste auf Grund der geschafften Qualifikation aber sogar leicht verbessern.

Marach und Bammer noch im Einsatz

Damit sind nur noch zwei ÖTV-Spieler im Einzel im Bewerb. Oliver Marach, Österreichs Nummer zwei (ATP 125), trifft am Dienstag auf den Weltranglisten-15. Dominik Hrbaty. Sybille Bammer, die rot-weiß-rote Nummer eins bei den Damen (WTA 72), geht als Favoritin gegen die Tschechin Eva Birnerova auf den Court. In den direkten Duellen steht es 3:0 für die Oberösterreicherin, die mit Lebensgefährten und Töchterchen Tina in Australien weilt.

Marach ist gegen den Daviscup-Finalisten klarer Außenseiter. Der Marathonmann der vergangenen Wochen, der seit 22. Dezember nur zwei Tage tennisfrei hatte, will gegen den Slowaken die Ballwechsel kürzer halten. "Er spielt flach und gerade, da versuch' ich ihn mit Topspin zu quälen", kündigte der Steirer an.(APA)