Wien - Die Gewerkschaft der Post- und Fernmeldebediensteten hat am Montag angekündigt, bis zum endgültigen Verkaufsbeschluss der ÖIAG, der nicht vor Mitte März erwartet wird, gegen einen Börsegang zu kämpfen. Postgewerkschaftschef Gerhard Fritz (SPÖ) und sein Stellvertreter Manfred Wiedner (ÖVP) haben Kampfmaßnahmen angekündigt, die sie mit einer Ausnahme nicht näher spezifizierten. Die einzige Aktion, die sie ankündigten, ist ein Protestmarsch am kommenden Donnerstag ab 16.00 Uhr von der Post-Zentrale zum Finanzministerium. Einen Streik wollte man nicht prinzipiell ausschließen.

Der Zentralvorstand der Postgewerkschaft hatte zuvor diese Linie einstimmig beschlossen.

"Alle Maßnahmen sind möglich. Wir können nichts herausnehmen, aber auch nichts präjudizieren", sagte Gerhard Fritz. "Wir beginnen jetzt und steigern die Maßnahmen." Die Maßnahmen würden vor ihrem Beginn jeweils angekündigt.

Maximalziel ist Börsegang-Verhinderung

Als Maximalziel der Aktionen gab Fritz die Verhinderung des Börsegangs im heurigen Jahr an. Wenn das nicht gelinge, sei das Minimalziel die Absicherung der Postbediensteten. Man müsse sich dann "dafür einsetzen, dass es nicht dazu kommt, dass unsere Leute vollkommen ungeschützt den möglichen Folgen eines Börseganges ausgeliefert sind".

Zunächst wollen Fritz und Wiedner das Gespräch mit Finanzministerium, ÖIAG und Postvorstand führen, um diese vom Börsegang abzubringen. Nicht näher ausgeführte Kampfmaßnahmen sollen parallel zu den Gesprächen gesetzt werden.

Am 30. Jänner findet laut Fritz eine ÖIAG-Hauptversammlung statt, in der der Privatisierungsauftrag formell an die Staatsholding weitergegeben wird. Diese werde dann ihrerseits bereits ein verändertes Privatisierungsprogramm vorlegen, wird erwartet. Den endgültigen Verkaufsbeschluss sieht die Gewerkschaft aus Frist-Gründen (Bilanzerstellung) nicht vor Mitte März. Bis dahin will man auf jeden Fall gegen den Börsegang weiterkämpfen. (APA)