Susanne Osthoff sollte auf Bitten Deutschlands eine Visum für den Irak verweigert werden.

Berlin - Die deutsche Regierung hat sich entgegen einer früheren Darstellung doch bei der irakischen Regierung dafür eingesetzt, die deutsche Archäologin Susanne Osthoff nicht wieder in den Irak zurückkehren zu lassen. Außenamtssprecher Martin Jäger sagte am Montag in Berlin, seine Auskunft von Ende Dezember, dass sein Ministerium sich in dieser Frage neutral verhalte und jegliche Entscheidung über ein Einreiseverbot bei der irakischen Regierung liege, stimme nicht.

Zum Schutz von Osthoff

Vielmehr habe die deutsche Botschaft in Bagdad am 24. Dezember das irakische Außenministerium gebeten, zunächst von der Erteilung eines Visums für Osthoff abzusehen, wenn dies beantragt werden sollte. In der entsprechenden Verbalnote sei die irakische Regierung über das akute erhöhte Risiko für die persönliche Sicherheit Osthoffs bei einem erneuten Aufenthalt in dem Land aufmerksam gemacht worden. "Diese Bitte an die irakischen Behörden diente dem Schutz von Frau Osthoff", sagte Jäger. Es liege in der souveränen Entscheidung eines jeden Staats, über die Erteilung von Visa zu befinden.

Keine Erkenntnisse zu Visumsantrag

Dem Auswärtigen Amt lägen keine Erkenntnisse vor, ob Osthoff einen Visumantrag gestellt habe, sagte Jäger weiter. Darüber hinaus habe Osthoff mehrmals öffentlich gesagt, dass sie nicht beabsichtige, in den Irak zurückzureisen.

Die Archäologin war Ende November im Irak entführt und nach gut drei Wochen wieder freigelassen worden. Osthoff hatte danach die deutsche Regierung kritisiert, weil diese sich eine später als falsch herausgestellt Meldung über ihre angebliche Rückkehr-Absicht zu Eigen gemacht hatte. Die Kritik an den angeblichen Plänen hatte in der öffentlichen Wahrnehmung zu einem Umschwung von Sympathie zu Unverständnis gegenüber Osthoff geführt. (APA/Reuters)