Wien – Seit dieser Woche kosten mehrere Zigarettenmarken der britischen Gallaher-Gruppe, der Mutter der Austria Tabak, in Österreich nur noch drei Euro (Benson & Hedges Red, Ronson, Saint Georges). Bis zu fünfzig Cent, also fast 15 Prozent des ursprünglichen Preises, wurden nachgelassen. Gallaher reagierte damit auf die Offensive von British American Tobacco (BAT), deren Marke Pall Mall zu Jahresbeginn auf drei Euro gedrückt wurde.

"Abtastphase"

"Das ist zunächst eine Abtastphase", sagt Austria-Tabak-Sprecherin Bettina Pepek am Montag, "wenn es zu Marktverschiebungen kommt, sind auch Preissenkungen bei weiteren Marken ein Thema." In der Branche wird erwartet, dass der Marktzweite, Philipp Morris (Marlboro), bald reagiert. "Die werden sich das alles nicht gefallen lassen", heißt es.

Der Zigarettenmarkt ist derzeit so aufgeteilt: Austria Tabak/Gallaher halten knapp 44 Prozent, Philipp Morris 35 Prozent, Altadis (Gauloises) neun Prozent, BAT sechs Prozent, Imperial/Reemtsma vier Prozent, JTI zwei Prozent. Um die internationalen Konzerne herum tummeln sich noch einige Importeure wie der Welser Moosmayr, die Tullner M-Tabak, R+G Linz, Cigar & Co aus Wien, House of Smoke aus Dornbirn.

Die billigste Zigarette ist derzeit Limit um 2,85 Euro pro 20-Stück-Packung, importiert von Cigar & Co, gefolgt von O'Nyle (2,90 Euro) von M-Tabak. Gustav Moosmayr, Billigzigarettenpionier mit Batton (früher Burton; 3,10 Euro), sagt zum STANDARD: "Wenn das Gesamtpreisgefüge weiter nach unten geht, werden wir eine neue Marke unter drei Euro bringen."

"Der Preiskrieg geht los"

"Jetzt geht der Preiskrieg richtig los", so Trafikanten-Obmann Peter Trinkl. Er hofft nun auf den Finanzminister, dass dieser etwas gegen den Steuerentgang tue und eine Mindestpreisregelung, wie sie etwa in Frankreich oder Belgien existiert, einführe. Diskutiert werden Grenzen zwischen 3,10 und 3,30 Euro.

Der Fiskus hat im Vorjahr um 100 Millionen Euro weniger über die Tabaksteuer eingenommen – ohne Preiskampf, Grund war gestiegener Schmuggel nach einer Steuererhöhung. Offen ist aber die realpolitische Frage, ob man sich traut, knapp vor den Wahlen per Mindestpreiseinführung der rauchenden Wählerschaft das jetzt eingesparte Geld wieder zu nehmen. (Leo Szemeliker, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 17.1.2006)