Washington - Die Abstimmung im US-Justizausschuss über den Kandidaten für den Obersten Gerichtshof, Samuel Alito, ist auf Dienstag kommender Woche verschoben worden. Der republikanische Vorsitzende des Senatsausschusses, Arlen Specter, habe dem Antrag der oppositionellen Demokraten zugestimmt, erklärte der demokratische Senator Patrick Leahy am Montag (Ortszeit) in Washington.

"Verzweifelte Quertreiberei"

Eigentlich war die Abstimmung für diesen Dienstag geplant gewesen. Der republikanische Mehrheitsführer im Senat, Bill Frist, bezeichnete das Vorgehen der Demokraten als "ungerechtfertigt und verzweifelte, parteistrategische Quertreiberei". Nach einer insgesamt 18-stündigen Anhörung und der Beantwortung von 700 Fragen habe Alito "etwas Besseres verdient", erklärte Frist.

Im neunköpfigen Kollegium des Supreme Court soll Alito für Sandra Day O'Connor nachrücken, die in den Ruhestand geht. Ihre Stelle gilt als besonders wichtig, da die moderate O'Connor mit ihrem wechselhaften Stimmverhalten für die Balance zwischen liberalem und konservativem Lager am Gericht gesorgt hatte. Die Demokraten fürchten, dass Alito dagegen dem Obersten Gerichtshof eine durchgehend konservative Ausrichtung geben könnte. Da sie aber im Senat in der Minderheit sind, haben sie nur begrenzte Möglichkeiten, sich dem Kandidaten entgegenzustellen. (APA)