Wien - Der Wohnungs- und Siedlungsbau ist 2005 um 2,2 Prozent kostspieliger geworden und damit geringfügig unter der (prognostizierten) allgemeinen Teuerung 2005 (VPI) von 2,3 Prozent gelegen. Für Baufirmen hat sich damit die Kostensituation gegenüber 2004 deutlich entspannt, im vorvergangenen Jahr waren die Errichtungskosten im Wohnbau noch um mehr als das Doppelte in die Höhe geschnellt (+5,1 Prozent). Dies geht aus am Dienstag veröffentlichten jüngsten Daten der Statistik Austria hervor.

Steigende Kosten im Straßenbau

Im Gegensatz zum Wohnen hat der Straßenbau im vergangenen Jahr einen weiteren Kostenauftrieb erlebt. Die Kosten für diesen Tiefbaubereich kletterten über das Jahr um weitere 5,2 Prozent (2004: +4,1 Prozent).

Als Grund für das Auseinanderklaffen der beiden auf den ersten Blick ähnlichen Wirtschaftsbereiche verweist die Statistik Austria auf die unterschiedlichen Warenkörbe. Im Wohnbau sind die Arbeitskosten viel höher gewichtet (53 Prozent) als im Straßenbau (35 Prozent), Dinge wie Fenster oder Handwerkerkosten für den Innenausbau spielen eine große Rolle.

In den Straßenbau fließen dagegen zahlreiche Posten aus dem Bereich Verkehr/Treibstoffe, vor allem aber von Produkten auf Basis des im vergangenen Jahr erneut teurer gewordenen Erdöls (Bitumen) ein. Asphaltarbeiten werden hier mit mehr als 37 Prozent gewichtet. Die Stahlpreise sind im vergangenen Jahr dagegen bereits wieder gefallen. Dies ist auch der Hauptgrund, warum der Brückenbau im vergangenen Jahr sogar nominell kostengünstiger geworden ist (-0,5 Prozent). Wegen der Stahlpreishausse hatten sich diese Bauarbeiten 2004 dagegen um satte 13 Prozent verteuert. (APA)