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Hingis ist wieder im Spiel.

Foto: APA/EPA/Walton
Melbourne - Martina Hingis hat am Dienstag ein erstaunliches Grand-Slam-Comeback gefeiert: Die 25-jährige Schweizerin, die erstmals seit vier Jahren wieder im Melbourne Park angetreten ist, fegte die als Nummer 30 gesetzte Russin Wera Zwonarewa nach nur 65 Minuten mit 6:1,6:2 vom Court. Die frühere Nummer eins der Welt, die allein bei den Australian Open sechs Mal das Endspiel (drei Titel) erreicht hat, trifft nun auf die Finnin Emma Laine.

Mit einem Lächeln war sie auf die große Tennis-Bühne zurück gekehrt. Mit jedem Schritt, mit dem die dreifache Australian-Open-Siegerin dem Eingang des vollbesetzten Stadions näher kam, stieg ihre Comeback-Freude. Und die 15.300 Zuschauer bestaunten eine auch sehr spielfreudige Hingis, die die Nummer 29 Welt zur Statistin degradierte.

"Wenn ich weiter so spiele, kann ich gut damit leben. Wie weit ich damit komme, weiß ich aber nicht einzuschätzen", sagte Hingis, die die Weltrangliste von 1997 bis 2002 gleich 209 Wochen hintereinander angeführt hatte. Fünf Grand-Slam-Triumphe konnte sie während ihrer ersten Karriere feiern. 1997, 1998 und 1999 gewann sie in Melbourne, die folgenden drei Jahre stand sie hier jeweils im Finale.

"Heute war ich ein bisschen nervöser als damals", gestand sie nach der Rückkehr auf den Platz, auf dem sie sich noch immer heimisch fühlt. "Ich bin froh, wieder hier zu sein", sagte Hingis und winkte den Fans ausgelassen zu.

2002 war die Schweizerin wegen andauernder Verletzungen zurückgetreten. Schon 1997 hatte sie sich in Melbourne mit 16 Jahren und vier Monaten zur jüngsten Grand-Slam-Siegerin überhaupt gekürt. Nach einem ausgedehnten Urlaub versuchte sich der "Twen in Rente" als Reiterin und TV-Kommentatorin.

"Ich habe es immer geliebt zu spielen. Aber wenn du ein Kind bist, betrachtest du die Sache ganz anders. Heute, nach drei Jahren Pause und anderen Erfahrungen, weiß ich: Nichts hat mich jemals so ausgefüllt wie auf dem Platz zu stehen und Tennis zu spielen", sagte Hingis. Wie lange der Rücktritt vom Rücktritt dauern wird, stehe in den Sternen. "Ich werde noch in Tokio spielen und mir dann Gedanken darüber machen. Ich will nicht das ganze Jahr planen. Ich weiß wirklich nicht, was kommt. Ich habe keine Idee." Hat man den Spielwitz der kleinen Hingis gesehen, so wünscht man sich im Sinne der Vielfalt im Circuit eine längere Fortsetzung.

Die als Nummer 2 gesetzte US-Open-Siegerin Kim Clijsters scheint ihre Hüftverletzung überstanden zu haben, sie besiegte die Koreanerin Yoon Cheong Cho 6:3,6:0. Amelie Mauresmo (FRA-3) musste hingegen gegen Tiantian Sun schon in Runde eins über drei Sätze.

Bei den Herren musste am Dienstag nicht nur Dominik Hrbaty (SVK-12) gegen den Steirer Oliver Marach über fünf Sätze gehen: Auch der als Nummer drei gesetzte Australier Lleyton Hewitt hatte gegen den Tschechen Robin Vik erstaunlich viel Mühe, ehe er sich 6:4,2:6,5:7,7:6,6:3 durchsetzte. Vik hatte bei 6:5 im 4. Satz schon auf das Match serviert. Auch die Nummer fünf, Nikolaj Dawidenko (RUS), und die Nummer sechs, Guillermo Coria (ARG), mussten gegen den kroatischen Aufschlag-Riesen Ivo Karlovic bzw. den Rumänen Victor Hanescu über die volle Distanz gehen.

Völlig ungefährdet blieb hingegen der Topfavorit. Roger Federer ließ dem unbekannten Usbeken Denis Istomin nur sieben Games. Von den Gesetzten gescheitert sind Fernando Gonzalez (CHI-9/Fünfsatz-Niederlage gegen Alex Bogomolow jr. aus den USA), Richard Gasquet (14), der gegen Tommy Haas chancenlos war, und sein französischer Landsmann Gael Monfils (22). Letzterer musste sich Luis Horna ebenfalls in drei Sets beugen.(APA/dpa/Reuters)