München - Die Erbin des jüdischen Kunsthändlers Max Stern fordert offenbar ein wertvolles Gemälde des Impressionisten Max Liebermann zurück. Das Bild "Kartoffelpflücker" hängt in Otto Eckarts Münchner "Kartoffelmuseum", das der Erbe des Pfanni-Konzerns vor zehn Jahren eingerichtet hat. Allerdings gebe es bisher noch kein Schreiben der gemeinnützigen Max-Stern-Stiftung in Montreal, sagte Eckart am Dienstag auf Anfrage.

Zwangsauktion

Nach Angaben von Eckart hing das Bild von 1903 bis 1937 in der Städtischen Galerie in Wiesbaden und sei auf dem Tauschwege in den Besitz des jüdischen Kunsthändlers gelangt. Stern hatte nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung" (Dienstag) das Bild versteigern lassen müssen, um nach Berufsverbot und erzwungener Auflösung seiner angesehenen Düsseldorfer Galerie seine Flucht über Paris und London nach Kanada finanzieren zu können. Nach der Zwangsauktion 1937 hatte das Bild verschiedene Besitzer.

"Ende der 60er Jahre wurde das Bild von meinem Vater für 75.000 Mark erworben", sagte Eckart. Seit Gründung des "Kartoffelmuseums" sei es im Besitz der dafür ins Leben gerufenen Stiftung. Er bedauere zwar zutiefst das Unrecht, das den jüdischen Menschen zugefügt worden ist. Aber in diesem konkreten Fall sehe er keine Veranlassung, das Bild zurückzugeben, betonte Eckart. (APA/dpa)