Colombo - Nach weiteren Anschlägen hat die von Norwegen geführte Friedensmission in Sri Lanka ihre Arbeit im Nordosten der Insel vorübergehend eingestellt. Dies teilte die Sri Lanka Monitoring Mission (SLMM) am Dienstag mit, nachdem bei einem Bombenanschlag auf einen Marinebus zwölf Soldaten verletzt worden waren. Bei einer anschließenden Schießerei wurden zwei tamilische Rebellen getötet und fünf Zivilisten verwundet. Bei einem weiteren Anschlag wurden im Norden der Insel ein Soldat getötet und neun Menschen verletzt.

Wiederaufnahme der Arbeit bei Normalisierung

Die SLMM-Mission will nach eigenen Angaben ihre Arbeit im betroffenen Distrikt Trincomalee wieder aufnehmen, sobald sich die angespannte Lage dort normalisiert habe. Zuvor hatten Vertreter der Friedensmission gemeinsam mit dem norwegischen Botschafter Hans Brattskar in der von der Rebellengruppe Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) kontrollierten Stadt Kilinochchi über die Einhaltung des Waffenstillstandsabkommens von 2002 gesprochen.

Vier Jahre nach dem Waffenstillstandsabkommen hat die Gewalt in dem südasiatischen Inselstaat unlängst wieder zugenommen. Die LTTE kämpfen seit 1972 für einen unabhängigen Tamilenstaat im Nordwesten Sri Lankas. In dem Konflikt wurden bisher mehr als 60.000 Menschen getötet. Im Februar 2002 wurde unter norwegischer Vermittlung ein Waffenstillstand ausgehandelt; seit mehr als zwei Jahren stecken die Friedensgespräche aber in einer Sackgasse. Ende Jänner will die norwegische Regierung einen neuen Vermittlungsversuch unternehmen. (APA)