Rom - Der Sparkurs der Regierung Berlusconi wirkt sich negativ auf die italienische Kulturpolitik aus. Der italienische Kulturminister Rocco Buttiglione hat ein Dekret erlassen, mit dem die Gagen der Künstler in Opernhäusern und Theatern eingeschränkt werden. Die Regierung setzt demnach die maximale Gage fest, die Sänger, Schauspieler und Regisseure kassieren dürfen. Theatern, die sich an die Richtlinien des Dekrets nicht halten und ihren Künstler mehr bezahlen, drohen Strafen, berichtete die römische Tageszeitung "Il Messaggero" am Dienstag.

Um die Ausgaben der Theater unter Kontrolle zu halten, sieht das Dekret vor, dass die Produktionskosten für die Aufführungen in den Jahren bis 2008 nicht die Ausgaben des Jahres 2005 überschreiten dürfen. Die Opernhäuser werden aufgefordert, so viel wie möglich für Eigenproduktionen zu sorgen.

Buchprüfer kontrollieren die Häuser

Vom Kulturministerium beauftragte Buchprüfer werden dafür sorgen, dass sich Opernhäuser und Theater an die Richtlinien der Regierung halten. Dazu zählt auch die Einführung von vergünstigten Eintrittskarten für Familien, Behinderte und Jugendliche. Jugendliche unter 18 Jahren sollen Gratis-Eintritt erhalten, wenn sie von Erwachsenen begleitet werden. Eine Stunde vor der Aufführung sollen auch so genannte Last Minute-Tickets zu stark reduzierten Preisen angeboten werden.

"Auf diese Weise versuchen wir die Ausgaben zu reduzieren und die Theater zu füllen", sagte der Experte des Kulturministeriums, Salvatore Nastasi. Dies sei notwendig, um die Kosten unter Kontrolle zu halten. (APA)