Rom - Der Chefredakteur der linken Polit-Zeitschrift "Diario", Enrico Deaglio, hat einen Dokumentarfilm über die heiklen Geschäfte und die politische Karriere des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi gedreht. Dabei nahm sich der 59-jährige Deaglio die Dokumentarfilme des amerikanischen Regisseurs Michael Moore als Beispiel. "Als es Silvio gab", heißt der Dokumentarfilm, der im Februar in 100.000 Kopien auf den Markt kommt. Verkauft wird die DVD mit der Zeitschrift "Diario" um 18 Euro. Der Film, der drei Monate vor der Parlamentswahl im April für einen Eklat sorgen dürfte, wird auch in die Kinos kommen.

Deaglio geht angeblichen Verbindungen zu Skandalbankern und Mafia-Bossen nach

Der eineinhalbstündige Dokumentarfilm bietet einen Einblick in die beispiellose Karriere Berlusconis, der in den 70er Jahren dank Immobiliengeschäften ein Imperium aufgebaut hatte, die laut dem Regisseur absolut dubios sind. Deaglio geht Verbindungen nach, die Berlusconi angeblich zum Skandalbanker Roberto Calvi sowie zu den Mafia-Bossen Luciano Liggio und Stefano Bontade hatte. "Berlusconi hat die außerordentliche Fähigkeit, sich Geld von Personen ausborgen, die anonym bleiben", kommentierte Deaglio nach Angaben der Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" am Dienstag.

Deaglio überprüft auch die engen Beziehungen zwischen Berlusconi und seinem Vertrauensmann, dem Senator Marcello Dell'Utri. Die "Nummer zwei" der Berlusconi-Partei Forza Italia, war 2004 wegen Mafia-Verstrickungen zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Dell'Utri, Freund und Geschäftspartner Berlusconis in den 80er Jahren, zählt zu den Gründern der Forza Italia. Er hatte den TV-Magnaten Ende 1993 zum Einstieg in die Politik überredet. (APA)