Kurz nur sah es aus, als brauchte der deutsche Verlagsriese Springer ("Bild", "Die Welt") doch keine Sondergenehmigung des Wirtschaftsministers, um den TV-Konzern ProSiebenSat.1 zu übernehmen. Nun sondiert das größte Zeitungshaus des Nachbarlandes bei CDU und SPD wegen einer Ministererlaubnis entgegen dem absehbaren Veto des Kartellamts.

Entsprechende Kontakte

Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet von entsprechenden Kontakten, etwa zu Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber und dem sozialdemokratischen Medienpolitiker Kurt Beck, Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz. Die SPD stehe einer solchen Minstererlaubnis skeptisch gegenüber und wolle jedenfalls in die Entscheidung eingebunden werden. Aus dem Verlagshaus Springer verlautete, Vorstandschef Mathias Döpfner sehe eine Ministererlaubnis "eher kritisch", weil er um den unabhängigen Ruf des Konzerns fürchte.

Springer ist ein weltanschaulich geprägter, bürgerlich-konservativer Verlag.

Döpfner wollte Dienstag ProSiebenSat.1-Eigner Haim Saban treffen, um über drohende Strafzahlungen ab 23. Jänner zu verhandeln, wenn sich das Verfahren wie zu erwarten verzögert. (fid/DER STANDARD, Printausgabe, 18.1.2006)