Wien - Als "unbescholtene, völlig unauffällige, treu sorgende Ehefrau und gute Mutter" wurde heute, Mittwoch beim Prozessbeginn im Wiener Landesgericht jene 35-Jährige von ihrem Anwalt beschrieben, die zwei 18-Jährigen per SMS im August 2005 den Auftrag gegeben haben soll, ihren Mann zu ermorden. Anschließend half sie laut Anklage beim Wegschaffen der Leiche. Sie habe gehofft, "dass es kurz und schmerzlos geht."

Die Ehe war turbulent verlaufen: Der Ehemann verließ seine wegen einer anderen Frau. Wenige Monate später kehrte er jedoch zurück. Dannach heiratete das Paar neuerlich. Dem Schwurgericht erzählte die Frau, ihr Mann wäre "wegen jeder Nichtigkeit ausgerastet".

Den beiden 18-Jährigen berichtete die 35-Jährige von ihrer Ehe. Die "Freunde meines verstorbenen Mannes" hatten diesen immer wieder besucht, zeitweise sogar dort gewohnt. Ihr primärer Ansprechpartner war der ältere der beiden Lehrlinge. "Er war immer der Gutmütige, bei dem sich alle ausweinen haben können", sagte sein Verteidiger. Für den Lehrling war die 17 Jahre ältere Frau "wie eine Seelenverwandte. Sie hat mich verstanden, egal was ich gesagt habe. Es war eine sehr gute Freundschaft".

"Vernichte die Spinne!"

Sie vereinbarte, dass sie ihm eine SMS mit dem Wortlaut "Vernichte die Spinne!" schicken werde, falls sie ihren Mann ein Mal gar nicht mehr aushalte. Sie gab zu, bereits zu diesem Zeitpunkt "irgendwie schon an einen Mord" gedacht zu haben. Auch dem Kfz-Lehrling war klar: "Wenn die SMS kommt, habe ich gewusst, dass er umgebracht gehört."

Angst

"Ich hab' nicht geglaubt, dass die SMS wirklich kommt, dass sie es zusammen bringt, dass er einfach so stirbt." Doch am 18. August war es so weit: Der Mann warf seiner Frau vor, sie kümmere sich mehr um ihren Kater als um die Familie. Er drohte, sie zu verlassen und den kleinen Sohn mitzunehmen. Auch vor dem Umbringen habe sie Angst gehabt und daher die SMS abgeschickt.

58 Stiche mit dem Messer<>< der="" 18-jährige="" befand="" sich="" gerade="" auf="" dem="" weg="" in="" die="" wohnung,="" als="" er="" die="" botschaft="" erhielt.="" er="" hatte="" einen="" gleichaltrigen="" freund="" dabei.="" angesichts="" der="" botschaft="" entschloss="" sich="" der="" bursch="" zum="" handeln.="" die="" ehefrau="" legte="" ein="" küchenmesser="" auf="" den="" wohnzimmertisch.="" die="" jugendlichen="" hatten="" auch="" ein="" wurfmesser="" mit.="" bevor="" sie="" den="" ehemann="" attackierten="" und="" mit="" 58="" stichen="" töteten,="" zog="" sich="" die="" frau="" ins="" kinderzimmer="" zurück.="" zuvor="" hatte="" sie="" den="" jugendlichen="" deutliche="" handzeichen="" gegeben="" und="" ein="" leises,="" eindringliches="" "bitte!"="">

Der Mann habe sich mit Händen und Füßen gewehrt und versucht auszukommen. Darauf hin hätten sie zugestochen, erzählte einer der Täter.

Beseitigung der Leiche

Bei der Beseitigung der Leiche ging den Jugendlichen laut Anklage die Ehefrau zur Hand. Man verpackte den Toten in Müllsäcke, schaffte ihn in die Tiefgarage, legte ihn ins Auto eines der Burschen. Die beiden fuhren damit nach Halbturn im Burgenland, wo sie den Toten in einem Waldstück vergruben.

Den 18-Jährigen droht bis zu 15 Jahre Haft, während die als Anstifterin angeklagte Hausfrau mit lebenslang rechnen muss. (APA)