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Entführer drohen mit Tötung von US-Journalistin Jill Carroll

AP Photo/Christian Science Monitor, Delphine Minoui
Dubai - Die Entführer der US-Journalistin Jill Carroll im Irak haben einem Fernsehsender zufolge ultimativ mit ihrer Tötung gedroht. Der Sender Al Jazeera strahlte am Dienstag ein Video aus, in dem offenbar Carroll zu sehen war. Sollten die USA nicht alle inhaftierten irakischen Frauen innerhalb von 72 Stunden freilassen, werde die US-Bürgerin getötet, hieß es.

"Brigaden der Rache"

Eine Videoaufnahme zeigt die 28-Jährige mit offenem Haar und blassem Gesicht, wie sie zur Kamera spricht - allerdings ist der Ton abgeschaltet. Carroll war am 7. Jänner in Bagdad von Unbekannten verschleppt worden. Ihr Übersetzer wurde von den Kidnappern erschossen. Ihren Chauffeur ließen sie dagegen nach dessen eigenen Angaben laufen. Laut Al Jazeera bekannte sich eine bisher unbekannte islamistische Gruppe namens "Brigaden der Rache" zu der Entführung.

"Für viele Iraker eine Freundin und Schwester"

Carroll arbeitete seit Oktober 2003 im Irak, unter anderem für die US-Zeitung "Christian Science Monitor" und die italienische Nachrichtenagentur Ansa. In Boston appellierte die Familie Carrolls an die Entführer, Gnade zu zeigen und sie freizulassen. "Jill ist für viele Iraker eine Freundin und Schwester und war entschlossen, der Welt die Wahrheit über den Irak-Krieg nahe zu bringen", hieß es in einer Erklärung, "Jill ist eine unschuldige Journalistin und wir bitten Sie mit allem Respekt, Milde zu zeigen und ihr die Rückkehr zu ihrer Mutter, Schwester und Familie zu erlauben".

USA: Entführer-Forderungen nicht erfüllen

Der Sprecher des US-Außenministeriums, Sean McCormack, sagte, zusammen mit den Irakern unternähmen die USA alle Anstrengungen, um Carroll sobald wie möglich wohlbehalten nach Hause zu bringen. Ob es sich in dem Video um die Journalistin handele, wollte McCormack nicht bestätigen. Auch auf die Forderung der Entführer ging er nicht ein.

Im Irak ist in den vergangenen Monaten eine ganze Reihe von Ausländern entführt worden. Vier Mitglieder einer christlichen Friedensgruppe, ein Brite, ein Amerikaner und zwei Kanadier, befinden sich nach wie vor in der Hand von Geiselnehmern. Im Dezember war die deutsche Archäologin Susanne Osthoff freigekommen. Laut "Reporter ohne Grenzen" wurden seit Beginn des Irak-Kriegs im Frühjahr 2003 bereits 31 Medienvertreter verschleppt. (APA/Reuters/AP)