"Grbavica" von Jasmila Zbanic

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Wien/Berlin - Gleich fünf österreichsche Filme werden für die 56. Berliner Filmfestspiele (9. bis 19. Februar) angekündigt. Laut Austrian Film Commisson (AFC) starten "Slumming" von Michael Glawogger und "Grbavica" von Jasmila Zbanic im Wettbewerb um den Goldenen Bären, "Babooska" von Tizza Covi und Rainer Frimmel im Forum des Jungen Films, "Tintenfischalarm" von Elisabeth Scharang im Panorama und "Lapislazuli - Im Auge das Bären" von Wolfgang Murnberger im Wettbewerb des Kinderfilmfests.

"Babooska" war bereits auf Viennale zu sehen - sonst alles Uraufführungen

Bis auf "Babooska", der bereits auf der Viennale zu sehen war, handelt es sich laut AFC dabei um Uraufführungen. "Das Ergebnis ist für die österreichischen Filmschaffenden und Produzenten nichts weniger als sensationell. Der Höhenflug des österreichischen Films geht weiter", so Martin Schweighofer in einer Aussendung.

"Slumming": poetische schwarze grausame Komödie

In der "poetischen schwarzen grausamen Komödie" (Glawogger) "Slumming" spielen u.a. Paulus Manker, Pia Hierzegger und Maria Bill. "Slumming" heißt das Lieblingsspiel der beiden Yuppie-Freunde Alex und Sebastian (Michael Ostrowski und August Diehl), die sich bei nächtlichen Streifzügen durch Wiener Absteigen "mit Slum-Faktor" einen Spaß mit Randexistenzen der Gesellschaft machen. Für den Regisseur ist der Film "so etwas wie ein Anti-Entwicklungsroman".

"Grbavica" erzählt die Geschichte einer vergewaltigten Bosnierin

"Grbavica" der aus Bosnien stammenden Regisseurin Jasmila Zbanic ist eine majoritär österreichische Koproduktion mit Filmfirmen aus Bosnien, Kroatien und Deutschland. Der Film erzählt die Geschichte der Bosnierin Esma, die, nachdem sie in einem Gefangenlager vergewaltigt worden war, gezwungen wurde, ihr Kind zur Welt zu bringen. Zehn Jahre später lebt Esma mit ihrer Tochter Sara in Sarajevo. Der Konflikt zwischen beiden spitzt sich zu, als Sara die Umstände ihrer Geburt entdeckt.

"Babooska" zeigt das Leben eines oberitalienischen Wanderzirkus

Für "Babooska" haben Tizza Covi und Rainer Frimmel einen oberitalienischen Wanderzirkus ein Jahr lang begleitet. Dass es sich bei der vazierenden Familie um Zirkus-Leute handelt, macht sich erst allmählich in Details bemerkbar. Nicht das Zirkus-, sondern das Nomadenleben steht im Zentrum. Der Alltag der jungen Artistin Babooska wird von Ein- und Auspacken, Kochen, Essen, Waschen, Putzen, Fahren, Einkaufen und Diskutieren beherrscht.

"Tintenfischalarm" und "Lapislazuli - Im Auge das Bären"

Für "Tintenfischalarm" hat Elisabeth Scharang Alex, der als Kind mit uneindeutigem Geschlecht geboren wurde, über mehrere Jahre auf einem Stück seines schwierigen Weges der Identitätsfindung begleitet. In "Lapislazuli - Im Auge das Bären" begegnet die elfjährige Sophie einem Buben, der aus der Ära der Neandertaler in die Gegenwart katapultiert worden ist. (APA)