Berlin - Eröffnet werden die 56. Berliner Filmfestspiele, das neben Cannes und Venedig bedeutendste internationale Filmfestival am 9. Februar mit Marc Evans Drama "Snow Cake" (Großbritannien/Kanada). Die britische Schauspielerin Charlotte Rampling leitet die Jury, der auch Armin Mueller-Stahl angehört. Mit 23 der insgesamt 26 Filme ist die Wettbewerbs-Auswahl nahezu komplett, wie das Festival am Mittwoch mitteilte. Darunter sind elf Weltpremieren, unter anderem vom französischen Altmeister Claude Chabrol und dem Briten Michael Winterbottom mit einem politisch brisanten Streifen über Guantanamo. Der amerikanische Regisseur Robert Altman ist mit "A Prairie Home Companion" mit Meryl Streep als Weltpremiere im Wettbewerb dabei.

Deutschland mit vier Uraufführungen im Wettbewerb

Deutschland ist mit vier Uraufführungen im Wettbewerb vertreten: Oskar Roehlers "Elementarteilchen", Hans-Christian Schmids "Requiem", "Der freie Wille von Matthias Glasner ("Die Mediocren") mit Jürgen Vogel und "Sehnsucht" von Valeska Grisebach ("Mein Stern"). In der Berlinale-Sektion Panorama stellen Detlev Buck und Dominik Graf ihre neuen Filme "Knallhart" beziehungsweise "Der Rote Kakadu" vor. Bereits in seinem ersten Berlinale-Jahr 2002 hatte Festivalchef Dieter Kosslick mit vier deutschen Wettbewerbsfilmen aufgetrumpft, die in früheren Berlinale-Jahren eher weniger in Erscheinung traten.

Außer Konkurrenz läuft Filmbiografie "Capote"

Außer Konkurrenz läuft Bennett Millers Filmbiografie "Capote" über den extravaganten US-Autor Truman Capote ("Kaltblütig") mit dem diesjährigen Golden-Globe-Gewinner Philip Seymour Hoffman in der Titelrolle. Ebenfalls außer Konkurrenz läuft als Weltpremiere die Comic-Verfilmung "V wie Vendetta" (USA/Deutschland) von James McTeigue, die mit Natalie Portman und Hugo Weaving in den Babelsberger Studios entstand. Chabrol zeigt in Berlin seine Weltpremiere "L'ivresse du pouvoir" (Staatsaffären) als französisch-deutsche Koproduktion mit Isabelle Huppert. Der Brite Michael Winterbottom, Goldener-Bär-Gewinner von 2003 mit "In this World", macht mit seinem neuen Film "The Road to Guantanamo" das umstrittene US-Gefangenenlager auf Kuba zum Thema.

Weltpremiere des iranischen Films "Zemestan"

Aus Iran wurde als Weltpremiere der Film "Zemestan" (It's Winter) des persischen Regisseurs Rafi Pitts eingeladen, eine neorealistische Studie über Lebensbedingungen am Rande der Großstadt Teheran. Der Berlinale-Gewinner von 1999, Terrence Malick aus den USA ("The Thin Red Line"), ist außer Konkurrenz mit seinem neuen Film "The New World" vertreten. Der italienische Regisseur und Schauspieler Michele Placido ("Allein gegen die Mafia") zeigt "Romanzo Criminale", der Argentinier Rodrigo Moreno die argentinisch-spanisch-deutsche Koproduktion "El Custodio" (Der Schatten). (APA/dpa)