Bild nicht mehr verfügbar.

Hoteliers in den noblen Vier- und Fünf-Sterne-Unterkünften haben im Vorjahr im Durchschnitt 550.000 Euro in die Hand genommen.

Foto: APA/EPA/Flueeler
Saalfelden – Lange Zeit gab es Stillstand bei den Investitionen in der österreichischen Hotellerie, seit 2001 geht es kontinuierlich bergauf. So haben die Hoteliers in den noblen Vier- und Fünf-Sterne- Unterkünften im Vorjahr im Durchschnitt 550.000 Euro in die Hand genommen, um ihre Häuser attraktiver zu machen – etwa 6000 Euro pro Zimmer. In der Drei-Sterne-Kategorie waren es rund 190.000 Euro pro Unternehmen und Jahr.

"Die gute Wintersaison wird die Investitionen weiter beflügeln", sagte der Chef der österreichischen Tourismusbank ÖHT, Franz Hartl, dem STANDARD. Einen Stillstand bei den Investitionen gebe es hingegen nach wie vor in den reinen Sommerdestinationen. "In der Kärntner Seenregion, aber auch rund um den Neusiedlersee passiert so gut wie nichts", sagte Hartl am Rande des österreichischen Hotelierkongresses, der am Mittwoch zu Ende gegangen ist. "Und das wenige, das passiert, sind Immobilienprojekte wie in Kärnten Schloss Wörthersee, Seefels oder Aenea. Die Hälfte der Zimmer werden als Wohnungen abverkauft – mit langfristig unabsehbaren Folgen für den Tourismus in der Region, wenn diese touristischen Schwergewichte einmal fehlen."

Schwerpunkt in Ganzjahresdestinationen

Während Sommerdestinationen bei den Investitionen weiter zurückbleiben, wird nach wie vor viel Geld in Winterbetriebe investiert – im Vorjahr etwa 1,3 Mrd. Euro. Der Schwerpunkt der Investitionen in die Hotellerie, die sich 2005 in Summe auf knapp drei Mrd. Euro summierten, liegt aber in Ganzjahresdestinationen. Dort wurden 54 Prozent (2004 waren es 49 Prozent) der Gelder investiert. Das sind Regionen mit einer ausgeglichenen Verteilung der Nachfrage über das ganze Jahr. Neben Städten wie Wien und Salzburg gehören auch Destinationen wie die steirische und burgenländische Thermenregion dazu.

Trend zu größeren Einheiten

Ein großes Problem der zum Teil hoch verschuldeten Hotellerie sei noch immer die Kleinheit der Betriebe, die ein Führen der Häuser nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten schwer mache, sagte Hartl. Doch der Trend gehe auch hier zu größeren Einheiten, wenn auch in vergleichsweise kleinen Schritten. Kamen die Hotels im Jahr 1997 auf eine durchschnittliche Bettenanzahl von 38, sind es jetzt 43.

Insgesamt gesehen bleibt die Zahl der Betten in Österreich relativ konstant, mit einer Verschiebung hin zu höher kategorisierten Häusern. Das spiegelt sich auch in einem Ranking der Investitionsschwerpunkte wider. Das meiste Geld, und zwar knapp 35 Prozent, wurde im Vorjahr für so genannte Betriebsgrößen-Optimierungen ausgegeben. Dahinter kamen Investitionen in die Qualitätsverbesserung und Wellness. In Hotelneubauten flossen etwa acht Prozent der Gelder, in Seminar-, Fitness- und Kinderspielräume sieben Prozent. (Günther Strobl, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 19.1.2006)