Washington/Damaskus - Die USA haben die Konten des Chefs des syrischen Militargeheimdienstes, Assef Shawkat, gesperrt. Der Sprecher des Weißen Hauses, Scott McClellan, begründete die Entscheidung des US-Finanzministeriums am Mittwoch unter anderem mit Shawkats Rolle bei der syrischen Unterstützung für den internationalen Terrorismus. Syrien steht bei der US-Regierung auf der Liste der Staaten und Organisationen, denen eine Förderung des weltweiten Terrors vorgeworfen wird.

Hilfe für Terroristen

Als Chef des militärischen Geheimdienstes habe der Schwager von Präsident Bashar Assad "direkt zur Unterstützung des Terrorismus" im Irak, im Libanon und durch radikale Palästinensergruppen beigetragen, sagte McClellan. Als weitere Maßnahme verbot das Finanzministerium allen US-Bürgern, Geschäfte mit Shawkat zu machen.

Es ist das erste Mal, dass die US-Regierung einen syrischen Regierungsvertreter explizit mit Terroristen im Irak in Verbindung bringt. Über welche Guthaben der syrische Geheimdienst- und Militärgeheimdienstchef in den USA verfügt, ging aus der Anordnung nicht hervor.

Fünf Vertreter des "Frühlings von Damaskus" auf Haft entlassen

Unterdessen ließen die syrischen Behörden am Mittwoch fünf renommierte Oppositionelle frei, die seit dem Ende des kurzen "Frühlings von Damaskus" 2001 in Haft saßen. Zu ihnen zählten auch die beiden früheren Abgeordneten Riad Zeif und Maamun Homzi, teilte ihr Anwalt mit. Assad hatte nach seinem Machtantritt zunächst vorsichtige Reformen eingeleitet, sie jedoch nach wenigen Monaten abrupt wieder gestoppt.

Zehn Oppositionelle, die in dieser Zeit die politische Debatte dominierten, wurden im Sommer 2001 festgenommen und wegen verfassungsfeindlicher Aktivitäten zu Strafen von bis zu zehn Jahren Haft verurteilt. (APA/AP)