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Demonstranten gehen in Deckung, nachdem UN-Soldaten das Feuer eröffneten

Foto: Reuters/Luc Gnago
Abidjan - Trotz Appellen von Präsident Laurent Gbagbo und westlichen Politikern dauern die Unruhen in Cote d'Ivoire (Elfenbeinküste) an. Die Lage in der Wirtschaftsmetropole Abdijan war am Donnerstag weiter gespannt. Anhänger Gbagbos bewarfen die Vertretung der UN-Mission mit Steinen, rund 300 Gbagbo-Anhänger belagerten die französische Botschaft. Überall in der Stadt waren Straßensperren errichtet, von den Sicherheitskräften war nichts zu sehen.

Präsident Gbagbo und Regierungschef Charles Konan Banny riefen ihre Anhänger am Mittwochabend zur Ruhe auf. Alle Bürger des Landes sollten nach Hause gehen und ab Donnerstag wieder ihre Arbeit aufnehmen, erklärten die beiden nach einem Treffen mit dem Vorsitzenden der Afrikanischen Union, Nigerias Staatschef Olusegun Obasanjo.

Seit Tagen randalieren Anhänger des Präsidenten gegen die UN-Friedenmission in dem westafrikanischen Staat. Sie fordern den Abzug der 7.000 UN-Blauhelme sowie der 4.000 französischen Soldaten aus dem Land, die sie als "Besatzungstruppen" sehen. Am Mittwoch hatten rund 2.000 bis 3.000 Mitglieder von Gbagbos Unterstützertruppe "Junge Patrioten" zwei Mal versucht, die UN-Niederlassung in Abidjan gewaltsam zu stürmen. Sie warfen Brandbomben und wurden von UN-Soldaten mit Tränengas und Warnschüssen zurückgetrieben. Bei Zusammenstößen zwischen UN-Blauhelmsoldaten und Gbagbos Anhängern in der Stadt Guiglo im Westen des Landes waren am Mittwoch fünf Einheimische getötet worden.

Die ehemalige französische Kolonie ist seit einem Putsch gegen Gbagbo im September 2002 in den von der Regierung gehaltenen Süden und den von den Rebellen kontrollierten Norden geteilt. 4.000 französische Militärangehörige und 7.000 UN-Soldaten bewachen eine Pufferzone, um eine Neuauflage des Konflikts zu verhindern. (APA/AP/red)