Prag - Verkehrsschilder mit roten Kussmündern sollen in der tschechischen Grenzstadt As künftig anzeigen, wo wie Straßenprostitution erlaubt ist. Die Stadt habe beschlossen, Schilder aufzustellen, auf denen rote Lippen auf weißem Hintergrund Durchfahrenden anzeigten, dass an diesen Stellen Prostitution gestattet sei, sagte Stadt-Sprecher Milan Vrbata am Mittwoch.

Die Schilder, die weltweit wohl die ersten ihrer Art sind, sollen in den kommenden zwei Monaten an einer ruhigen Ausfallstraße aufgestellt werden. Damit solle das älteste Gewerbe der Welt an den Stadtrand gedrängt werden.

"Vorübergehende Lösung"

Der Bürgermeister der 13.000-EinwohnerInnen-Stadt an der deutschen Grenze, Dalibor Blazek, erklärte auf der städtischen Internetseite, die Kussmund-Schilder seien eine vorübergehende Lösung, bis die tschechischen Gesetze einen besseren Umgang mit Prostitution ermöglichten. Solange diese nicht ganz aus der Stadt verbannt werden könne, werde As mit seiner Übergangslösung eben als "weltweite Kuriosität" dastehen.

Kritik

Die Bürgermeisterin der nordtschechischen Stadt Dubi, Ilona Smitkova, kritisierte derartige Maßnahmen hingegen als Werbung für das horizontale Gewerbe. "Wir ziehen solche Schilder für Prostituierte nicht in Betracht, wir werden nicht auch noch Werbung für sie machen", sagte Smitkova der Zeitung "Dnes". In Dubi bieten an der nach Deutschland führenden Fernstraße E55 zahlreiche Prostituierte ihre Dienste an. Seit dem Zusammenbruch des Kommunismus sind viele tschechische Grenzorte Anziehungspunkte für Sex-Touristen aus Deutschland und Österreich. (APA)