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Sie führten die spektakuläre Operation durch: Dr. Jean-Michel Dubernard (links) und Dr. Bernard Devauchelle

Foto: AP/Miller
New York - Die weltweit erste Patientin mit einem neuen Gesicht hat sich seit dem spektakulären Eingriff im Dezember wieder so weit erholt, dass sie sich in die Öffentlichkeit traut. Sorgen bereitet ihren Ärzten, dass die 38-jährige Französin ihr altes Laster wieder aufgegriffen hat und "Zigaretten zwischen ihre neuen Lippen steckt", wie sie in einem CNN-Interview bedauerten.

Die Frau, die nur unter ihrem Vornamen Isabelle bekannt ist, geht spazieren, war auch schon einkaufen und in einer Bar, ohne dass ihr Aussehen Aufsehen erregt hätte. Das berichtete das Team um den Transplantationsexperten Jean-Michel Dubernard am Donnerstag auf einer Konferenz in Tuscon im US-Bundesstaat Arizona. Sie hatte Mund, Nase, Lippen, Haut und Fettgewebe einer hirntoten Spenderin übertragen bekommen. Inzwischen kann sie wieder essen, ist aber nach Angaben ihrer Ärzte noch außer Stande, zu lächeln und zu sprechen. Laut Dubernard werden noch mehrere Monate vergehen, bis sie komplett geheilt ist.

Leichte Abwehrreaktionen

Die Patientin war im Mai vergangenen Jahres von einem Hund angefallen und schwer entstellt worden. Ihr neues Gesicht ist eine Kombination aus ihrem früheren und dem Gesicht ihrer Spenderin. Ein Psychologe hilft ihr mit täglichen Konsultationen, Identitätsprobleme nach der bisher einzigartigen Operation zu überwinden. Ihr Körper hatte Berichten zufolge in den ersten Wochen leichte Abwehrreaktionen gegen das fremde Gewebe gezeigt. Diese hätten aber problemlos mit einer höheren Dose jener Medikamente korrigiert werden können, die das Immunsystem unterdrücken.

Die Berichte angelsächsischer Medien über Abstoßungsreaktionen wollten die zuständigen Ärzte indessen weder bestätigen noch dementieren. Die Patientin werde aber weiterhin in der Universitätsklinik von Amiens behandelt. (APA/dpa)