Wien - Die Homepage des BZÖ Wien wirkt tot. Die aktuellsten Fotos stammen von einer Wahlveranstaltung vor der Wien-Wahl, die letzte Pressemitteilung stammt vom 21. Oktober des Vorjahres und der Veranstaltungskalender ist leer. Der Verantwortliche für Presseanfragen sei "auf Urlaub". Auch wenn BZÖ-Koordinator Arno Eccher darauf verweist, dass "natürlich Sitzungen und Aktivitäten abgehalten werden": Seit dem katastrophalen Abschneiden bei den Wahlen im Oktober (1,2 Prozent) ist es still um die Wiener Orangen geworden.

Ein ähnliches Bild zeigt sich in der Steiermark, dem zweiten Land, in dem das Bündnis bisher ohne Erfolg bei den Wahlen angetreten ist. Obwohl es hier seit vergangener Woche mit Michael Langhaus einen neuen Bündniskoordinator gibt. "Wir haben gerade unser neues Büro bezogen und es wird in Zukunft auch halbtags besetzt sein", sagt Langhaus. Man habe es geschafft, "in allen bis auf zwei Bezirken" Bezirksverantwortliche zu bestellen.

Gründerzeit

Dass das BZÖ auch in den anderen Bundesländern - bis auf Kärnten - Probleme hat, in Fahrt zukommen, bestätigen selbst die eigenen Funktionäre hinter vorgehaltener Hand. In den nächsten Monaten sollen allerdings Gründungskonvents in Niederösterreich, Vorarlberg, dem Burgenland und Salzburg Aufbruchsstimmung erzeugen.

Ursprünglich war die Gründung einer Salzburger Landesorganisation des BZÖ von Forschungsstaatssekretär Eduard Mainoni bereits für den Mai vergangenen Jahres avisiert worden. Aus diesen Plänen wurde nichts: Trotz heftiger Konflikte zwischen FPÖ-Landesparteiobmann Karl Schnell und der FPÖ-Stadtorganisation haben Salzburgs Blaue ihrer Partei fast geschlossen die Treue gehalten. Nun soll Mitte März - knapp ein Jahr, nachdem die Bundesorganisation des BZÖ am Salzburger Flughafen aus der Taufe gehoben wurde - auch an der Salzach eine kleine Landesgruppe entstehen.

In Oberösterreich fand schon im November des Vorjahres ein Gründungskonvent statt. Frontfrau ist Sozialministerin Ursula Haubner. Nachdem das lange Verwirrspiel um die FPÖ Oberösterreich und ihre ausgerufene Unabhängigkeit letzte Woche mit der Wiedereingliederung in die Bundes-FPÖ ein Ende hat, muss man allerdings auch hier bei null anfangen. "Es ist einfach leichter, mit einer bestehenden Firma und ihrer Infrastruktur zu arbeiten, als eine vollkommen neue Firma zu gründen", sagt der oberösterreichische BZÖ-Nationalrat Max Walch.

Geldmangel

Finanziell sieht es um die orangen Landesorganisationen düster aus. Durch das Fehlen von Mandaten und Förderungen ist man "auf Idealismus angewiesen", sagt Max Walch. "Natürlich können wir uns nicht mehr teure Büros in Innenstadtlage oder Equipment leisten", präzisiert Bündniskoordinator Arno Eccher. Man sei auf engagierte Mitarbeiter angewiesen und manchmal müsse man sogar "ins eigene Börserl greifen", erklärt ein Oranger.

In Kärnten scheint im Vergleich dazu die orange Sonne. Mit Landeshauptmann Jörg Haider hofft man im Regionalwahlkreis Ost sogar auf das rettende Grundmandat. Die restlichen Landesorganisationen agieren dagegen im kaum wahrnehmbaren Bereich. (DER STANDARD, Printausgabe, 20.1.2006)