Der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) beklagt "extrem hohe Tarife" der Post für die Zeitungszustellungen. Der Vorstand des Verlegerverbands "erwartet" sich daher Preissenkungen, hieß es am Freitag in einer Aussendung. "Das geltende Tarifniveau der Post für die Zeitungszustellung ist überhöht, weil es auf einer nicht gerechtfertigten Vollkostenrechnung basiert", wurde betont.

Die Vorgeschichte

Ab dem Jahr 2000 fiel der staatliche Zuschuss zu den Posttarifen für die Zeitungszustellung weg. Die Tarife wurden danach Schritt für Schritt erhöht, wobei Verlage, die sich mit einer Mindestmenge an die Post banden, vorerst günstiger wegkamen als Kunden ohne Mengenbindung. Nun, mit 1. Jänner 2006, sei die letzte Etappe der Erhöhung in Kraft getreten, und die "extrem hohen Tarife" gelten für alle Verlagskunden, teilte der VÖZ mit. Und seit 2001 seien die Zustellpreise um bis zu 300 Prozent gestiegen.

Post- oder Eigenzustellung

Daher sei auch die Zahl der durch die Post zugestellten Zeitungsexemplare "massiv gesunken", hieß es. Verlage könnten sich die Postzustellung nicht mehr leisten, und andere hätten auf die höchst kostenintensive, aber immer noch günstigere Eigenzustellung umstellen müssen. Der VÖZ-Vorstand hatte sich mit der Tarifproblematik in seiner Sitzung am Donnerstag auseinander gesetzt und will nun Tarifsenkungen durch die Post. (APA)