Wien - SPÖ-Europasprecher Caspar Einem hat von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) eine Stellungnahme zu der jüngsten Atomwaffen-Einsatzdrohung des französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac gegen "Terrorstaaten" gefordert. Schüssel müsse als amtierender EU-Ratspräsident klar machen, dass Chiracs Vorstoß vor dem Hintergrund der Verhandlungen über das iranische Atomprogramm "alles andere als hilfreich" sei, erklärte der frühere Innenminister am Freitag in einer Parteiaussendung.

Der sozialdemokratische Europasprecher und Nationalratsabgeordnete betonte mit allem Nachdruck seine grundsätzliche Ablehnung, was den Einsatz von Nuklearwaffen betrifft. "Spätestens seit Hiroshima und Nagasaki weiß man, zu welch unvorstellbarem Leid der Einsatz von Atomwaffen führt. Oberstes Gebot müsse daher sein, dass alle Nuklear- und Massenvernichtungswaffen abgeschafft werden", hob der führende Oppositionspolitiker in seiner Erklärung hervor.

FPÖ: Schüssel soll mit Chirac Gespräche aufnehmen

Die FPÖ hat Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) aufgefordert, unverzüglich Gespräche mit dem französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac über dessen Drohung aufzunehmen, gegebenenfalls Atomwaffen gegen "Terrorstaaten" einzusetzen. "Allen besonnenen Menschen lief gestern ein kalter Schauer über den Rücken, als sie von den Aussagen Chiracs hörten. Nur den Bundeskanzler lässt das offenbar völlig gleichgültig", erklärte FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl am Freitag in einer Parteiaussendung.

Die Drohung, Atomwaffen einzusetzen, sei "ungeheuerlich". Schüssel müsse sich klar und eindeutig davon distanzieren. "Chirac droht mit Atomwaffen, und Schüssel schweigt. Es war auch nicht anders zu erwarten", so Kickl. (APA)