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Foto: APA/Kunsthistorisches Museum
Wien - Bei der im Mai des Jahres 2003 aus dem Kunsthistorischen Museum Wien (KHM) entwendeten Skulptur handelt es sich um ein Salzfass. Es ist die einzige erhaltene und gesicherte Goldschmiedearbeit des italienischen Bildhauers Benvenuto Cellini (1500 - 1571). Sie entstand während seines Aufenthalts in Paris in den Jahren 1540 bis 1543 im Auftrag König Franz I. von Frankreich. Angaben zum Wert des als eigentlich unschätzbar bewerteten Salzfasses lagen damals um die 50 Millionen Euro. Laut Polizei ist die Skulptur von den Dieben nun durch die Abnahme des Dreizacks "entwertet, aber nicht beschädigt" worden.

Als Geschenk König Karls IX. gelangte das 26 Zentimeter hohe und 33,5 Zentimeter breite Salzfass an Erzherzog Ferdinand II. (von Tirol), der den König bei dessen Hochzeit mit Erzherzogin Elisabeth 1570 vertreten hatte. Dieses außerordentliche kostbare Tafelgerät, das Cellini seinen eigenen Angaben nach aus Goldblech freihändig getrieben hat, ist gleichzeitig eine allegorische Darstellung des Planeten Erde.

In der von ihm selbst verfassten Beschreibung seines Lebens heißt es unter anderem: "...um zu zeigen, wie das Meer sich mit der Erde verbindet, machte ich zwei Figuren einen guten Palm groß, die mit verschränkten Füßen gegeneinander saßen, so wie man die Arme des Meeres in die Erde hineinlaufen sieht. Das Meer, als Mann gebildet, hielt ein reich gearbeitetes Schiff, welches Salz genug fassen konnte, darunter hatte ich vier Seepferde angebracht und der Figur in die rechte Hand den Dreizack gegeben; die Erde hatte ich weiblich gebildet, von so schöner Gestalt und so anmutig, als ich nur wusste und konnte. Ich hatte neben sie einen reichen, verzierten Tempel auf den Boden gestellt, der den Pfeffer enthalten sollte...auf ihrer Seite waren die schönsten Tiere vorgestellt, welche die Erde hervorbringt...". In der Kehlung des Sockels vervollständigen die Gestalten der vier Hauptwinde, der Tageszeiten und Embleme der menschlichen Tätigkeit diese Allegorie.(APA)