Wien - Ein anonymer E-Mail-Schreiber hält derzeit die Wiener Polizei auf Trab. Der unbekannte Autor hat nämlich in zwei langen elektronischen Botschaften Details zur Brandlegung auf der Wirtschafts-Universität am 14. Dezember 2005 bekannt gegeben. Ein Ermittler bestätigte eine dementsprechenden Bericht der Wiener U-Bahn-Zeitung "Heute".

Die Kriminalisten sind dem "Täter" bereits auf der Spur: Ein erstes E-Mail hat dieser kurz vor Jahreswechsel von einem Internet-Cafe in Wien-Rudolfsheim abgeschickt. Die erste Nachricht, die auch das Bundeskriminalamt erhalten hatte, enthielt nach Angaben von Bezirksinspektor Franz Stifter "Details von dem Brand, die teilweise mit den Tatsachen übereinstimmen. Ob zufällig oder nicht, ist noch nicht restlos geklärt".

Mail an zahlreiche Adressaten verschickt

In einem zweiten E-Mail ließ sich der Schreiber über mehrere Seiten abermals über den möglichen Tathergang aus und bedachte Polizei und Politiker mit Beschimpfungen und Verleumdungen. Das Mail dürfte an zahlreiche Adressaten abgeschickt worden sein. Ob der Unbekannte tatsächlich mit dem Brand in der WU in Zusammenhang steht, ist derzeit noch Gegenstand von Ermittlungen.

Der Brand auf dem Uni-Gelände in der Nacht auf den 14. Dezember 2005 hatte schwere Schäden im Hauptgebäude angerichtet. Unbekannte hatten im Untergeschoß offenbar an vier Stellen Feuer gelegt, unter anderem waren Teile der im gleichen Gebäude befindlichen Biologie-Fachbereichsbibliothek der Uni Wien schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. Bis zu 30.000 Buchbände waren durch Flammen und Ruß unbenutzbar geworden.(APA)