Antholz - Rechtzeitig vor den Olympischen Spielen in Turin scheinen Österreichs Biathleten immer besser in Form zu kommen. Christoph Sumann schrammte am Freitag in der Weltcup-Verfolgung in Antholz als Vierter nur um 4,5 Sekunden an einem Podestplatz vorbei, sorgte aber für das beste ÖSV-Einzelergebnis in dieser Saison. Dabei war der Steirer nach Platz 19 im Sprint am Vortag, an dem er seinen 30. Geburtstag gefeiert hatte, mit 1:38 Minuten Rückstand ins Rennen gegangen.

Alle im Ziel

Doch mit einer ruhigen, fehlerfreien Schussleistung bei 20 Versuchen machte Sumann 15 Plätze gut. Nach dem finalen Stehend-Schießen lag der Bronzemedaillengewinner der WM-Staffel von Hochfilzen sogar noch auf Platz drei, musste sich auf der Schlussrunde aber dem derzeit überragenden Läufer Frode Andresen beugen. Der norwegische Sprintsieger belegte hinter dem souveränen Gewinner Ricco Groß (GER/39,2 vor Sumann) und seinem Landsmann Halvard Hanevold Platz drei.

Der fünffache Olympiasieger Ole Einar Björndalen, der zuletzt von einer Grippe zu einer längeren Pause gezwungen worden war, musste sich 5,5 Sekunden hinter Sumann mit Platz fünf zufrieden geben. "Die Laufform stimmt bei uns derzeit. Wir waren auch im Dezember nicht so weit weg, nur sind wir da am Schießen gescheitert", erklärte ÖSV-Cheftrainer Alfred Eder. Ex-Weltmeister Wolfgang Rottmann verbesserte sich trotz dreier Schießfehler von Rang 26 auf 16.

Sumann in der Verfolgung der Beste

Würde man nur die Zeiten der 12,5 Kilometer Verfolgung mit vier Schießübungen heranziehen, hätte Sumann seinen zweiten Weltcupsieg nach Osrblie 2001 gefeiert. "Schon vergangene Woche in Ruhpolding war Rottmann (Endrang sechs) der Schnellste", erinnerte Eder und verwies auf die Ausgeglichenheit in seiner Mannschaft. "Die Laufzeiten waren eigentlich bei allen in Ordnung. Diese Form müssen wir bis zu den Olympischen Spielen konservieren."

Dafür trainieren die ÖSV-Herren bereits kommende Woche nach drei Tagen Pause wieder in der Höhenlage von Antholz. Auch die Olympia-Bewerbe in San Sicario gehen im Februar in mehr als 1.600 Metern Seehöhe über die Bühne. Wer dabei allerdings die rot-weiß-roten Farben vertritt, ist noch offen. "Es ist nach wie vor nichts fix. Wir haben vier Startplätze und sechs sehr gute Athleten", betonte Eder.

Mesotitsch gab auf

Ludwig Gredler (22./5 Fehler), Wolfgang Perner (23./5) und Friedrich Pinter (24./2) klassierten sich in Antholz ebenfalls in den Weltcup-Punkterängen. Der Vortages-Siebente Daniel Mesotitsch gab nach fünf Schießfehlern beim ersten Liegend-Anschlag auf, um Kräfte für die kommenden Wochen zu schonen. "Am Sonntag im Massenstart erwarte ich mir aber schon, dass wir wieder ganz vorne hineinlaufen", meinte Coach Eder. (APA)

Ergebnisse der Weltcup-Verfolgung der Biathleten am Freitag in Antholz:

1. Ricco Groß (Ger) 33:44,0 Min. (0 Strafrunden) - 2. Halvard Hanevold (NOR) + 29,8 Sek. (2) - 3. Frode Andresen (NOR) + 34,7 (4) - 4. Christoph Sumann (AUT) 39,2 (0) - 5. Ole Einar Björndalen (NOR) 44,7 (4) - 6. Tomasz Sikora (POL) 48,6 (2) - 7. Maxim Tschudow (RUS) 1:02,2 (3) - 8. Julien Robert (FRA) 1:49,1 (1) - 9. Andreas Birnbacher (GER) 1:50,6 (4) - 10. Sergej Nowikow (BLR) + 1:52,5 (0) - weiters: 16. Wolfgang Rottmann (AUT) 2:18,7 (3) - 22. Ludwig Gredler (AUT) 3:03,1 (5) - 23. Wolfgang Perner (AUT) 3:05,2 (5) - 24. Friedrich Pinter (AUT) 3:09,5 (2). Aufgegeben u.a.: Daniel Mesotitsch (AUT)

Weltcup-Gesamtstand (nach 13 von 26 Rennen): 1. Raphael Poiree (FRA) 358 Punkte - 2. Michael Rösch (GER) 350 - 3. Sven Fischer (GER) 337 - 4. Michael Greis (GER) 329 - 5. Alexander Wolf (GER) 292 - 6. Björndalen 247 - weiters: 23. Sumann 133 - 24. Rottmann 130 - 34. Mesotitsch 78 - 40. Gredler 50 - 49. Perner 41 - 51. Pinter 39