Die öffentlichen IT-Investitionen in den westeuropäischen Staaten werden bis 2009 auf 50 Mrd. Dollar steigen. Das bedeutet ein jährliches Plus von 5,3 Prozent. Zu diesen Zahlen kommt der Marktforscher IDC in einer aktuellen Studie zum IT-Markt im Umfeld des öffentlichen Sektors. Besonders investitionsfreudig sehen die Analysten lokale Behörden. Mit einem jährlichen Plus von 6,2 Prozent sollen die Ausgaben 2009 rund 25,5 Mrd. Dollar betragen. Die Ausgaben von Regierungen wachsen hingegen nur mit 4,5 Prozent jährlich, so IDC.

Neue Anwendungen

IDC-Analyst Massimiliano Claps führt gegenüber pressetext die Hauptgründe für des Ansteigen des Investitionsvolumen an: "Es geht nicht mehr nur darum Inhalte und Dienstleitungen online zu haben, sondern neue Anwendungen zu erschließen. Weiters verlagere sich der Fokus mehr auf den Umbau von Prozessen innerhalb der staatlichen Institutionen. Verschiedene Behörden sollen auf gemeinsame Funktionen und Daten zugreifen können."

Naschen

IT-Unternehmen, die an dem Investitionskuchen mitnaschen wollen, rät IDC, sich vorwiegend an die lokalen Behörden zu wenden. Hier könne vor allem mit integrierten Lösungsansätzen, die abteilungsübergreifend eingesetzt werden können, gepunktet werden. Die Investitionen würden zudem vom weiteren Ausbau des E-Governments getrieben. Gefragt seien Lösungen, die auf Sicherheit setzen und die Zuverlässigkeit des gesamten Systems stützen, so der Analyst. "Die Regierungsbeauftragten für IT müssen Personal und Ressourcen wirksam einsetzten, um den langfristigen Transformationsprozess in Gang zu halten", mahnte Claps.

Europa mit Absatzzahlen erstmals vor den USA

Ebenfalls gute Zahlen lieferte der weltweite PC-Markt. Laut IDC wurden 2005 im Vergleich zum Vorjahr um 16,4 Prozent mehr PCs verkauft. Insgesamt gingen weltweit über 208 Mio. Notebooks, Desktops und x86-Server über den Ladentisch. Europa hat bei den Verkäufen 2005 erstmals die USA übertroffen. Laut Gartner wurden in Europa, dem mittleren Osten und Afrika (EMEA) mit 72,6 Millionen Einheiten mehr PCs verkauft als in den USA, wo 67,2 Millionen Geräte ausgeliefert wurden. Gegenüber 2004 bedeutet das für Europa ein Wachstum von über 17 Prozent, während der US-Markt nur um 7,5 Prozent zulegte.

Dell vor HP

Marktführer unter den PC-Herstellern bleibt laut IDC Dell mit einem Marktanteil von 17,2 Prozent gegenüber 16,8 Prozent im vierten Quartal 2004. HP bleibt an zweiter Stelle, musste aber einen geringfügigen Rückgang seines Marktanteils auf 15,7 Prozent hinnehmen. Lenovo hat mit 7,2 Prozent Acer (5,4 Prozent) vom dritten Platz verdrängt. Auch für das laufende Jahr gehen die Marktforscher davon aus, dass das Geschäft weiter durch sinkende Preise und dem Bedarf an Laptops antreiben wird.(pte)