London - Das durch den Wissenschaftsskandal um den südkoreanischen Studienfälscher Hwang Woo Suk in Misskredit geratene "Peer Review" von Fachmagazinen wird analysiert. Laut Nature haben The Lancet, die Annals of Internal Medicine und das British Medical Journal einer Analyse ihrer Gutachterverfahren zugestimmt. Die bereits laufende Untersuchung wird von Wissenschaftern der University of California, San Francisco, durchgeführt. Dokumente der Begutachtung von 1107 Papers, mehr als 100 Stunden Videoaufzeichnungen von Gutachter-, Journalisten- und Autorentreffen sowie 16 Autoreninterviews werden ausgewertet. Erste Zwischenergebnisse sollen demnächst veröffentlicht werden. Angeblich werden viel mehr Arbeiten von Peers abgelehnt als zur Veröffentlichung zugelassen, darunter viele Studien mit negativen Ergebnissen - was besonders in der Medizin (Medikamente) Folgen haben kann. Die Review-Studie soll Schwachstellen im Gutachtersystem aufzeigen, um diese zu beheben und damit das Ansehen der Magazine wieder zu heben. (fei/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 21./22. 1. 2006)