Graz – Seit Mitte der 90er-Jahre sind die rostigen, zum Teil desolaten Stände auf dem Grazer Hauptplatz Stein des Anstoßes in der Öffentlichkeit. Damals wie in den darauf folgenden Jahren ging es darum, das „Kiosk-Chaos“ auf dem Hauptplatz neu zu ordnen. Inzwischen wurde nicht nur der Platz vor dem Rathaus umgebaut, die Stadt hatte sich auch auf neue, einheitliche Stände geeinigt – bis heute aber ist das nicht umgesetzt.

Vierzehn neue Stände

Im Zuge des Hauptplatz- Umbaus 2002 hätten seit dem Kulturhauptstadt-Jahr 2003 vierzehn neue Stände den Hauptplatz zieren sollen. Die Leibnitzer Firma Draxler, die für die Herstellung von zehn Objekten zuständig ist, hat bis jetzt, mehr als drei Jahre später, erst einen Stand geliefert, ein weiterer wird gebaut. Nach massiver öffentlicher Kritik hat der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl (VP) nun der Firma ein Ultimatum gestellt: Bis Ende 2006 solle das Unternehmen alle ausständigen Stände liefern.

Neue Firma als Hilfe

Die Stadt finanziert die Stände – einer kostet 42.000 Euro – vor, die Standbetreiber zahlen den Betrag in Raten zurück. Bei Vertragsauflösung mit der Firma Draxler und dem Engagement einer neuen, würde die Stadt ein Stand 18.000 Euro mehr kosten. Deswegen hatte man sich mit Draxler darauf geeinigt, ein Subunternehmen als Helfer hinzuzuziehen. In der engsten Auswahl steht laut Bürgermeisteramt die Stallhofner Firma SFL. Das ist jenes Unternehmen, das die Murinsel und des Kunsthausdach fertigte.

Die Firma Draxler war mit dem Bau in Verzug gekommen, weil die Grazer Standbesitzer Änderungswünsche an sie herangetragen hatten. Eine Serienfertigung sei daher nicht möglich gewesen. (mil) Die winterliche Idylle bei der Einfahrt zum Hotel trügt. Der Besitzer kämpft gegen einen Abrissbescheid der Bezirkshauptmannschaft an. (mil, DER STANDARD Printausgabe, 21./22.01.2006)