Mobtel-Miteigentümer Martin Schlaff gibt sich bezüglich einer möglichen Insolvenz des serbischen Mobilfunkunternehmens betont gelassen. "Die Insolvenz ist rein technisch gesehen, zumal das Unternehmen nicht verschuldet ist, nur eines von mehreren Lösungsszenarien. Das ist nicht unbedingt schlecht für uns", so Schlaff im aktuellen "profil". Er selbst habe aus der Mobtel-Krise bisher "keinen finanziellen Schaden genommen".

Zwangsverwaltung

Schlaff hatte im Vorjahr gemeinsam mit seinen Partnern Josef Taus und Herbert Cordt die Mehrheit an der Mobtel gekauft. Im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen den ehemaligen Eigentümer, den serbischen Milliardär Bogoljub Karic, wurde der Firma Ende 2005 allerdings die Lizenz entzogen und das Unternehmen unter staatliche Zwangsverwaltung gestellt.

Teilbetrag

Schlaff betont nun laut "profil"-Vorausmeldung, dass der serbische Staat als Mobtel-Miteigentümer kein Interesse daran haben könne, das Unternehmen "zu vernichten". Außerdem habe man an Ex-Eigentümer Karic noch nicht den gesamten Kaufpreis für die Mobtel-Anteile überwiesen, sondern erst einen Teilbetrag von 100 Mio. Euro. Der gesamte Betrag wäre erst nach Abschluss des Deals fällig geworden. Zudem gebe es fixierte Gewährleistungsansprüche. "Wir haben zur Stunde keinen finanziellen Schaden genommen", so Schlaff.

Die Vorwürfe in Zusammenhang mit einer Parteispendenaffäre um den im Koma liegenden israelischen Premier Ariel Sharon bezeichnet Schlaff als "absurd". "Ich habe die Familie Sharon nicht unterstützt und auch keine Unterstützung bekommen", sagt der Unternehmer. Schlaff selbst sei in dieser Sache auch "nie einvernommen worden".(APA)