Fort Carson - Ein US-Militärgericht hat einen Offizier des Landes am Samstag wegen fahrlässiger Tötung eines irakischen Generals verurteilt, den Vorwurf des Mordes aber fallen gelassen. Dem Oberstabsfeldwebel Lewis Welshofer droht nun eine Haftstrafe von maximal drei Jahren. Er ist der höchstrangige Offizier der US-Armee, der wegen Misshandlungen im Irak strafrechtlich verfolgt wurde. Welshofer hat der Anklage zufolge den irakischen Generalmajor Abed Hamed Mouhush gefoltert und damit zu dessen Erstickungstod während eines Verhörs im November 2003 beigetragen.

Mouhush wurde demnach mit dem Kopf voraus in einen Schlafsack gesteckt, nachdem ihm Welshofer den Mund verbunden hatte. Welshofer setzte sich dann auf die Brust des wehrlos Verschnürten. Der General starb noch während des Verhörs. Welshofer hatte vor dem Gericht angegeben, der Schlafsack sei im Rahmen der Vorgaben für Verhöre benutzt worden. Sein Anwalt verteidigte ihn mit den Worten: "Sein ultimativer Auftrag war es, Leben dadurch zu retten, dass er von Leuten wie Mouhush Informationen über den Aufstand erhielt." Die Verurteilung für eine fahrlässige Tötung spiegle damit den Zusammenhang wider, "in dem diese Ereignisse stattgefunden haben".

Weitere drei Monate Haft möglich

Das Militärtribunal verurteilte Welshofer zudem wegen einer fahrlässigen Vernachlässigung seiner Pflichten. Dafür kann er mit weiteren drei Monaten Haft bestraft werden. Auch droht ihm eine unehrenhafte Entlassung aus der Armee.

Der Umgang der USA mit Gefangenen im Irak wird international kritisiert. Menschenrechtsgruppen werfen der Regierung vor, Folter erlaubt zu haben. Die USA haben dies zurückgewiesen. (APA/Reuters)