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Foto: AP/Grant
London - Unter dem weltberühmten Steinkreis von Stonehenge wird es auf absehbare Zeit doch keinen Autotunnel geben. Die Verwirklichung dieses inzwischen acht Jahre alten Projektes werde wegen der enorm gestiegenen Kostenschätzungen immer unwahrscheinlicher, berichtete am Montag die Zeitung "The Times".

Mit der Untertunnelung des größten prähistorischen Steinmonuments Europas sollten Dauerstaus im Umfeld der Anlage in der südenglischen Grafschaft Wiltshire aufgelöst werden. Das Projekt war jedoch von Anfang an auf Kritik gestoßen. Unter dem Steinkreis einen Straßentunnel zu bauen wäre "etwa so, als würde man der Mona Lisa einen Schnauzbart anmalen", erklärte die Bürgerinitaive "Save Stonehenge".

Kosten wiegen stärker als Kritik

Nach Angaben der "Times" sind die geschätzten Kosten für den Tunnel von ursprünglich 125 Millionen Pfund mittlerweile auf 470 Millionen Pfund (rund 700 Millionen Euro) gestiegen. Hauptgrund seien teure Stütz- und Drainagebauten, die wegen Weichkalkschichten und eines hohen Grundwasserstandes erforderlich wären.

"Wir sind nach wie vor von der Wichtigkeit des Stonehenge-Projektes überzeugt", sagte Transportminister Stephen Ladyman. "Doch angesichts der Kostensteigerung müssen wir erneut prüfen, ob dieses Vorhaben das Geld wert ist." Aufschluss darüber solle eine erneute gründliche Überprüfung unter Einbeziehung der Öffentlichkeit geben.

Ewiges Rätsel

An der 4000 bis 5000 Jahre alten Steinkreisanlage, die Touristen aus aller Welt anzieht, treffen sich jährlich Tausende zur traditionellen Feier der Sommersonnenwende. Zu welchem Zweck die riesigen Blöcke in der späten Jungsteinzeit aufgestellt wurden, ist nach wie vor umstritten. Manche Forscher halten sie für einen Tempel zu Ehren von Mond- und Sonnengott, andere für eine vorgeschichtliche Sternwarte. (APA/dpa)