Madrid - Der Streit in Spanien über die Autonomie der Region Katalonien hat Spekulationen ausgelöst, dass Ministerpräsident José Luis Rodriguez Zapatero möglicherweise ein neues Regierungsbündnis eingehen will. Der sozialistische Regierungschef hatte in den Autonomie-Verhandlungen den katalanischen Nationalisten (CiU) eine bevorzugte Behandlung gewährt. Damit brüskierte er seinen Bündnispartner ERC (Linksrepublikaner Kataloniens), der der Regierung die Mehrheit im spanischen Parlament sichert.

Nach Presseberichten vom Dienstag bot die CiU nun Zapatero ihre Unterstützung an. Vizeregierungschefin Maria Teresa Fernández de la Vega wies die Spekulationen über einen möglichen Wechsel des Bündnispartners zurück: "So etwas ist im Augenblick nicht vorgesehen." Zapatero hatte am Sonntag mit CiU-Chef Artur Mas einen "Globalkompromiss" für eine katalanische Autonomieregelung ausgehandelt und damit einen Durchbruch in den Verhandlungen erzielt.

Die Linksrepublikaner fühlten sich zurückgesetzt und drohten damit, den Kompromiss abzulehnen und das Madrider Regierungsbündnis aufzukündigen. Die CiU ist die stärkste Partei im katalanischen Regionalparlament. Sie war in der Vergangenheit in Madrid schon mehrfach ein beliebter Mehrheitslieferant gewesen. Die Nationalisten hatten in der Vergangenheit mal dem Sozialisten Felipe González und mal dem Konservativen José Maria Aznar die Mehrheit gesichert. (APA/dpa)