Brüssel - Im Streit um reduzierte Mehrwertsteuersätze für bestimmte arbeitsintensive Dienstleistungen soll es nach dem heftigen Widerstand einiger neuer Mitgliedstaaten gegen das Kompromisspapier der österreichischen Ratspräsidentschaft nun einen neuen Vorschlag geben, hieß es aus Delegationskreisen. Der tschechische Finanzminister Bohuslav Sobotka hatte seine Vetodrohung am Dienstag im Kreise seiner Ressortkollegen wiederholt, sollte sich an dem Text nichts ändern. Die Verhandlungen könnten sich bis zum Nachmittag hinziehen.

Umstrittenes Kompromisspapier

Auch Polen und Ungarn haben im Vorfeld des Treffens ihre Unzufriedenheit mit dem Kompromissvorschlag der Präsidentschaft betont. Die meisten neuen Mitgliedstaaten haben in ihren Beitrittsverträgen Steuererleichterungen für bestimmte Bereiche vereinbart, die allerdings 2007 auslaufen. Eine Verlängerung 2010 soll es nach dem bisherigen Kompromiss-Papier nur für Renovierungen von Gebäuden geben.

Tschechien will dagegen seine niedrigen Steuersätze für Neubau von Wohnungen, aber auch auf Heizungsrechnungen weiter beibehalten können. Die vorangegangene britische Ratspräsidentschaft hatte in ihrem Vorschlag für die neuen Mitgliedstaaten eine Verlängerung bis 2015 vorgesehen. (APA)